Betriebsraete - Archiv   ab Nov 2003



Verzeichnis:
1 Leopold Weber, ÖGB-Sekretär des Bezirkes Amstetten, Interview im November 2003
2 Stefan Mayrhofer, Betriebsratsvorsitzender des Angestellten Betriebsrates der Firma Engel,
    Standort St.Valentin, April 2004
3 Anni Klein, Betriebsratsvorsitzende der Firma Schneiders, Standort Seitenstetten, Juli 2004
4 Martin Hönickl, Betriebsratsvorsitzender der Firma bene, Waidhofen
5 Thomas Gundacker, ÖGB-Bezirkssekretär der Gewerschaft Metall-Textil des Bezirkes Amstetten



Interview mit Leopold Weber

Amstetten im November 2003


Was bewegt dich derzeit als Bezirkssekretär des ÖGB am meisten?
Leopold: 'Derzeit sehr sehr vieles. Dass zum Beispiel sehr viele Lehrlinge keine Lehrstelle bekommen. Oder dass eine Berufsgruppe gegen die andere ausgespielt wird. Die Eisenbahner gegen die Lehrer, die Berufstätigen gegen die Pensionisten, die Beamten gegen die ASVG-ler, die Gendarmen gegen die Polizisten. Das ist einfach unfair (unmenschlich, unanständig).'

Nachfrage: Wer macht das?
Leopold: 'Die Regierung. Und zwar mit unwahren Behauptungen. Zum Beispiel wird behauptet, ein Eisenbahner habe das Privileg, einen Urlaubsanspruch von 35 Tagen zu haben - ein Arbeiter aber nur 25 Tage. Tatsache aber ist, dass sich ein Eisenbahner für eine Woche Urlaub 7 Tage Urlaub nehmen muss, ein Arbeiter aber nur 5 Tage. De facto haben beide Berufsgruppen damit gleichviel Urlaub, nämlich 5 Wochen. Oder Herr Kukacka behauptet, die Eisenbahn koste jedem Österreicher pro Jahr 500 Euro. Herr Kuckacka verschweigt aber, dass die Straßen 1200 Euro jedem Österreicher kosten - egal ober er sie benützt oder nicht benützt. Weiters beschäftigt mich, dass in der Pensionsharmonisierungsfrage nichts weitergeht. Es kann doch nicht sein, dass ein 64-jähriger Maurer noch auf das Gerüst hinauf muss. 45 Beitragsjahre müssen genug sein!'

Du bist nun doch schon einige Jahre Bezirkssekretär in Amstetten.
Mit welchen Anliegen kommen die Menschen zu dir?
Leopold: 'Meistens geht es um vorenthaltenen Lohn oder Gehalt, um nicht bezahlte Überstundenzulagen, um Arbeitszeitregelungen. Immer mehr Kollegen kommen zu mir, weil sie Arbeit suchen oder weil sie für ihre Tochter, ihren Sohn eine Lehrstelle suchen. Viele kommen, weil sie es auf deren Arbeitsplatz nicht mehr aushalten, Stichwort ‚Mobbing'.'

Was kannst du tun?
Leopold: 'Ja, was kann ich tun.. Manchmal gelingt es Kollegen, die schon lange arbeitslos sind, zu Transjob, einem vom ÖGB Amstetten angeregten Projekt, zu vermitteln. Manchmal gelingt es über die Betriebsräte einen Arbeitsplatz zu vermitteln. Bei größeren Ungerechtigkeiten interveniere ich bei Betrieben und zuständigen Behörden.'

Vermutlich sind meistens die Probleme größer als deine Lösungsmöglichkeiten.
Was gibt dir die Kraft für dein Engagement?
Leopold: 'Kraft gibt mir, wenn ich - einfach ausgedrückt - helfen kann, sei es einen Arbeitsplatz vermittelt habe, sei es einen Abfertigungsanspruch für eine Kollegin durchbekommen habe. Oft kommen sie nachher noch einmal vorbei und bedanken sich. Darüber freue ich mich schon sehr.'

Vor deiner Tätigkeit als Bezirkssekretär warst du Betriebsratsobmann im Böhlerwerk.
Was ist deine Motivation für dein Engagement für die Arbeitnehmer?
Leopold: 'Ja. Diese Zeit hat mich sehr geprägt, vor allem der direkte Kontakt mit den Menschen und ihren Schicksalen. Menschen sind ja nicht Kostenfaktoren, wie oft gesagt wird. Meine Motivation ist: Man darf sich nicht alles gefallen lassen und Ungerechtigkeiten müssen bekämpfen werden. Ich habe zum Glück den Mut mitbekommen, mich zu artikulieren.'

Vor ein paar Wochen haben die Eisenbahner gestreikt.
War deiner Meinung nach der Streik gerechtfertigt?
Leopold: 'Sicher war der Streik gerechtfertigt. Wir wurden von der Regierung dazu gezwungen. Es kann doch nicht sein, dass per Gesetz einseitig, ohne Zustimmung des Vertragpartners, in Verträge, Kollektivverträge, Dienstrechte eingegriffen werden kann.'

Weihnachten kommt bald.
Was wünscht du dir von dieser Regierung?
Leopold: 'Dass sie sofort zurücktritt.'

Was wünscht du dir von der Politik?
Leopold: 'Dass sie sich um die Menschen kümmert. Jeder Mensch hat das Recht auf einen Arbeitsplatz; dass sie gewährleistet, dass die Gesundheit für jeden leistbar ist; dass die Notstandshilfe nicht zur Sozialhilfe degradiert wird.'

Was wünscht du dir von der Kirche?
Leopold: 'Eine gute Frage. Von der Kirche wünsche ich mir, dass sie sich im Einklang mit den Gewerkschaft massiv gegen die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten und gegen die Sonntagsarbeit einsetzt, weil diese menschen- und familienfeindlich sind. Zweitens wünsche ich mir von der Kirche, dass sie sich massiv für die Schwächeren, für die Arbeitslosen, für Alleinerziehende, für die Alleinverdienenden, ... einsetzt.'

Vielen Dank für das Interview, Max Bramberger



Interview mit Stefan Mayrhofer

St.Valentin im März 2004


Stefan Mayrhofer ist Angestellten-Betriebsrat in der Firma Engel, Standort St. Valentin und ÖGB-Vorsitzender des Bezirkes Amstetten


Stefan, seit wann bist du schon Betriebsrat?
Mayrhofer: Da muss ich etwas ausholen. Ich habe am 11. Mai 1987 hier in St.Valentin zu arbeiten begonnen. Ich bin gelernter Installateur für Gas und Wasser. Eigentlich wollte ich Grafiker werden. Doch meine Eltern (Landwirte) renovierten zu dieser Zeit gerade das Bad. Also lernte ich Installateur. 1988 drängten mich meine Kollegen "Stefan, kandidier doch als Betriebsrat", Ich ließ mich aufstellen und wurde innerhalb eines Jahres stellvertretender Vorsitzender des Arbeiter-Betriebsrates. 1997 wurde ich, ein Arbeiter, mit 98% Zustimmung zum Vorsitzenden des Angestellten-Betriebsrates gewählt.

Betriebsrätearbeit ist nicht nur lustig.
Was ist deine Motivation für dein Engagement?
Mayrhofer: Ich habe soziales Empfinden mitbekommen. Ich sehe, die Leute brauchen wen, die Schwächsten am meisten, Und es ist mir ein Bedürfnis, mich für sie einzusetzen. Obwohl man nicht nur Dank erntet. Man rennt sich a oft die Birn an.
Viele, Schicksale, kann man auch nach der Arbeit nicht einfach wegstecken. Sie beschäftigen einem rund um die Uhr. Und bei vielen Dingen kann auch die Firma nichts dafür, wird von der jetzigen Politik geprägt. Da muss man sich dagegenstemmen mit alle zwa Händ.

Bekommst du dabei auch Unterstützung von der Gewerkschaft?
Mayrhofer: Ja. Natürlich. Deshalb bin ich ihr dafür auch sehr dankbar. Ich konnte die Betriebsräteakademie und die Sozialakademie machen, was nicht selbstverständlich ist. Und ich möchte der Arbeiterbewegung und den Arbeitnehmern durch meinen Einsatz wieder zurückgeben, was ich von ihr bekommen habe.

Auf was bist du als Betriebsrat besonders stolz?
Mayrhofer: Ich freue mich sehr, dass es im letzten Jahr nach der Hochwasserkatastrophe in Schwertberg gelungen ist, alle für eine solidarische Aktion für die Schwertberger Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu überzeugen.
Diese Solidarität zeigte sich z.B. darin, dass alle St.Valentiner Angestellten auf 2,5h Überstunden/Monat verzichteten, die die Kollegen und Kolleginnen vom Standort Schwertberg nützen konnten. Mein Anliegen war, durch Worte und Taten das Gefühl zu vermitteln, dass ihr Schicksal den Valentinern nicht egal ist.

Als Betriebsrat und als Vorsitzender des ÖGB des Bezirkes Amstetten bist du vermutlich viel unterwegs.
Wie läßt sich dein Engagement mit deiner Familie vereinbaren?
Mayrhofer: Gott sei Dank, so glaube ich zumindest, habe ich ein intaktes Familienleben. Ohne meiner Familie und vor allem ohne dem Verständnis von meiner Frau würde ich es nicht so schaffen.

In ein paar Wochen ist die AK-Wahl.
Warum ist es wichtig sich daran zu beteiligen?
Mayrhofer: Es ist wichtig die Zusammensetzung einer Institution mitzubestimmen, an die sich jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin wenden kann und die gratis eine sichere Auskunft zu allen Fragen der Lohn-, Urlaubs- und Pensionsansprüche und des geamten Arbeits- und Sozialrechtesrechtes gebenkann.
Ohne Arbeiterkammer hätte Österreich keinen so großen sozialen und wirtschaftlichen Aufschwung genommen, davon bin ich überzeugt.

Die KAB und die Betriebsseelsorge machen derzeit eine Kampagne ‚Gute Arbeit'.
Was ist deiner Meinung zu einer Guten Arbeit besonders wichtig?
Mayrhofer: Das wichtigste ist, ein würdiges und geschätztes Umgehen miteinander. Der Mitarbeiter muss die Wertschätzung des Vorgesetzten spüren. Das ist wichtig für ein gutes Betriebsklima - und das Betriebsklima ist das um und auf.
Die Arbeitnehmer müssen sich frei bewegen können, sie brauchen Gestaltungsspielraum.
Man muss darauf schauen, dass die Mitarbeiter auch die Chance haben, bis zur Pension arbeiten zu können.

Nun meine adäquate Frage zum Schluss:
Wie soll das Verhältnis von Kirche und Gewerkschaft sein?
Mayrhofer: Vorausschicken möchte ich, ich bin praktizierender Christ.
Kirche und Gewerkschaft unterscheiden sich in vielen Bereichen nicht. Beide müssen für die Gesellschaft da sein.
Der vor ein paar Wochen verstorbene Kardinal Franz König ist mir da ein großes Vorbild, wie das Verhältnis von Kirche, Gewerkschaft und Gesellschaft sein soll. Gut errinnere ich mich an dessen Rede beim Gewerkschaftskongress.

Zwischenfrage: Sollte sich die Kirche mehr zu sozial-politschen Themen zu Wort melden?
Mayrhofer: Ja. Auf alle Fälle. Die Kirche soll sich nicht, sie muss sich zu Wort melden, wenn es dem Menschen hilft.

Vielen Dank, dass du dir für das Interview Zeit genommen hast. Max Bramberger

Interview mit Anni Klein

Seitenstetten im Juli 2004


Frau Anni Klein, Betriebsratsvorsitzende der Firma Schneiders am Standort Seitenstetten


Der Hauptsitz der Firma Schneiders ist in Salzburg, wo ca 300 Leute beschäftigt sind. In Seitenstetten sind momentan 80 ArbeitnehmerInnen, meist junge Frauen, beschäftigt. Die Frauen nähen hier in Akkordarbeit in den ehemaligen Seminarräumen des Stiftes Seitenstetten alle Arten von Trachten, Jacken, Mäntel, Oberbekleidung.

Die ArbeiterInnen arbeiten bei Normalarbeitszeit 35 min mehr pro Tag. Dafür haben sie 15 zusätzliche freie Tage, die für die Zwickeltage, den Betriebsurlaub in der Karwoche und im Sommer genommen werden.

Anni Klein ist seit 13 Jahren Betriebsratsvorsitzende hier am Standort Seitenstetten. Vorher war sie schon einige Jahre Stellvertreterin, aber nicht freigestellt. Sie arbeitet als Arbeitsvorbereiterin, als Einstellerin, was den Vorteil hat, den direkten Kontakt zu allen Kolleginnen in den verschiedenen Gruppen zu haben. Vorher hat sie selber 15 Jahre an der Nähmaschine genäht.

Auf die Frage, warum sie Betriebsrätin geworden ist, antwortet sie: "Ich habe mich schon immer gewehrt und mich eingesetzt, wenn ich Unrecht gesehen haben habe oder wenn ich wo helfen konnte. Ich habe das vermutlich vom Großvater."

Die Mädchen können mit allen Problemen zu ihr kommen. Sie kommt sich oft vor "wia d'Mama" und es ist ihr auch "oft stark gnua wordn", weil man "studiert dahoam weiter", vor allem bei schweren Entscheidungen, wie Kündigungen, ...

Auf meine Frage, was ihr als Betriebsrätin besonders wichtig sei, meint sie: "Ein gutes Gesprächsklima zur Betriebsleitung und zu den Gruppenleitern ist sehr wichtig." Besonders wichtig ist ihr auch ein gutes Betriebsklima, was sich immer positiv auf die hier Arbeitenden auswirkt. "Obwohl der Akkord hart ist, ist die Arbeit hier nicht so schlecht, der Betrieb nimmt auch Rücksicht auf die Arbeiterinnen, z.B. wenn ein Kind krank ist und Pflegeurlaub benötigt wird."

Auf meine Frage, worauf sie sich als Betriebsrätin besonders freut, antwortet sie sofort: "Wenn ich ein Kündigung abwehren konnte, das hat mich schon aufgebaut."

Auf meine Frage nach ihrem Wunsch an die Kirche antwortet sie: "Wie die Kirche mit den Wiederverheirateten umgeht finde ich nicht gut. Vor zwanzig Jahren bin ich deswegen plärrend aus der Kirche gerannt. Erst jetzt habe ich mich, durch viele Gespräche mit wohlwollenden Priestern, auch durch den Einfluss meiner Mutter, wieder etwas mit der Kirche versöhnt. Damals habe ich geglaubt, für mich geht die Welt unter."

Und was wünscht Du dir von der Politik? "Mei ganz a großa Wunsch is, dass die Politik was tuat, dass die Arbeit in Österreich bleibt."

Bei mir bleibt nach den Interview im Aufenthaltsraum der Eindruck zurück, hier eine Frau getroffen zu haben, die sich mit viel Wärme und Besonnenheit für ihre Kolleginnen einsetzt und damit ihren großen Beitrag zur Vermenschlichung der Arbeitswelt leistet. (Max Bramberger)


Interview mit Martin Hönickl

Waidhofen im November 2004


  Interview mit Martin Hönickl, Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates der Firma bene in Waidhofen

Martin Hönickl, 42 Jahre alt, geboren in Ybbsitz, lernte Tischler und arbeitete nach kurzem Intermezzo beim Bundesheer, zwei Jahre in Wien bei Möbel Leiner.

Seit 1985 ist er bei bene in Waidhofen beschäftigt, seit 1995 Betriebsrat und seit Mitte 2000 freigestellter Betriebsratsvorsitzender der Arbeiter.

Einer seiner Lieblingssprüche ist: "Die Seele hat die Farbe deiner Gedanken". (Marc Aurel)

Martin Hönickl ist gerade eben von der OrgaTec, der europäischen Büromöbel Fachmesse in Köln, zurückgekehrt, wo auch die Firma bene - als einziger österreichischer Büromöbelerzeuger - ausstellte, "damit ma woaß, was auf uns zuakommt", so die Begründung für diesen Trip. Und erzählt mir brandneu den kommenden Trend in der Bürogestaltung. "Die kommende Ent-wicklung in der Büromöbelbranche geht dahin, dass zwar die Büroflächen gleich groß bleiben werden, die Gestaltung der Räume sich aber von den klassischen Büros hin zu einer Art Kom-munikationszentren entwickeln werden".

Auf meine Frage "Was hat dich bewogen, dich als Betriebsrat zur Verfügung zu stellen?" meint er:
"Ich war neugierig, was man in dieser Firma bewegen kann und wo man sich für Kollegen ein-setzen kann." Auf die Nachfrage, "Hast du's bereut?" "Nein, auf gar keinen Fall, obwohl es auch ab und zu Momente gibt, wo man sich fragt, za was tua ich mir dös an." Nach kurzer Pause "Aber dös gibt's vermutlich in jedem Beruf."

"Was ist das Anstrengende als Betriebsrat?"
"Das Anstrengende ist, dass man bei geplanten Neuerungen und Vorschlägen ständig dahinter sein muss, welche Auswirkungen sie auf die Kollegen und Kolleginnen haben."

"Und was ist das Schöne eines Betriebsrates?"
"Helfen können, zum Beispiel wurde allein durch meinen Anrufs und der Drohung mit dem Konsumentenschutz einem Kollegen eine absolut ungerechtfertigte Geldforderung einer Verleihfirma erlassen. Und natürlich freue ich mich, wenn nach erfolgreicher Intervention ein Kollege nachher zu mir kommt und sich bedankt."

"Auf was bist du als Betriebsrat stolz?"
"Obwohl dös ein sehr heikles Thema ist - Es ist gelungen, die Flexibilisierung der Arbeitszeit doch etwas mitarbeiterfreundlicher zu gestalten."

Ein gutes Betriebsklima und ein friedliches Miteinander Umgehen ist ein großes Gut. "Was ist das Wichtigste für ein gutes Betriebsklima?"
"Wertschätzung. Der Mensch als ganzer - mit seinen Stärken und Schwächen."

"Worin siehst du die Rolle des Betriebsrates in bezug auf Betriebsklima?"
"Ich sehe den Betriebsrat als Vermittler bei Schwierigkeiten, als einen der für den Interessensausgleich eintritt und als einen, der immer für ein offenes Gespräch da sein soll."

Natürlich stelle ich auch meine adäquate Fragen, welche Wünsche er an die Politik habe.
Und es kommt prompt die Antwort: "Dass die Regierung abtritt".
"Und warum?" "Ich finde es unerträglich, dass ein Minister (gemeint ist wohl Strasser) jene Institution (gemeint ist wohl der Verfassungsgerichtshof) fast lächerlich macht, die die Demokratie sichert"; "Als zweites erwarte ich, dass die Arbeitnehmer die selben Förderungen wie die Selbständigen bekommen sollten."

"Und was wünscht du dir von der Kirche?"
(Anmerkung: Martin Hönickl ist vermutlich einer der ganz wenigen, der zugleich Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates eines Betriebes und stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinde-rates einer Pfarre ist). "Ich wünschte mir sehr, dass die offizielle Kirche den befreiungs-theologischen Ansatz und die Option für die Armen ernst nimmt."

"Martin, ich danke dir, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast." (Max Bramberger)



Interview mit Thomas Gundacker

Amstetten im April 2005


  Interview mit Thomas Gundacker,
seit gut vier Jahren Gewerkschaftssekretär der Metall- und Textilarbeiter Innen, an seinem Arbeitsplatz in der Wienerstraße in Amstetten, wenn er nicht gerade in den Betrieben unterwegs ist.

Ich falle gleich mit der Tür ins Haus und frage ihn:
Ist für dich Widerstand aus gewerkschaftlicher Sicht notwendig oder nicht?
Natürlich ist Widerstand gegen unsoziale Maßnahmen, gegen Vorenthaltung von Lohn, etc. notwendig. Nur: Voraussetzung ist, dass andere Dinge, wie vorangeganges Verhandeln mit den Dienstgebern, zu keinem guten Erfolg für den Dienstnehmer führte.

Du bist seit vier Jahren Gewerkschaftssekretär in Amstetten.
Worin siehst du deine Hauptaufgaben? "Probleme lösen, z.B. Vor ein paar Tagen kommt ein völlig verzweifeltes Mädchen zu uns, das nach einem dreiviertel Jahr Lehrzeit kündigte, weil sie's nicht mehr ausgehalten hat. Sie wollte die Berufsschule nachmachen, musste sie aber selber finanzieren, und hatte dazu zu wenig Geld. Über unseren Sozialfond und die BANK AUSTRIA konnten wir Geld auftreiben. Die Freid' hätt'st sehn solln, als ihr die Kollegen den Scheck überreichten." Das sind die schönen Dinge im Leben eines Gewerkschaftssekretärs, denke ich mir.
"Ein zweiter Aufgabenbereich ist, in den Betrieben mitzuhelfen, die Betriebsrätekörperschaften zu wählen."
"Ein dritter, sehr wichtiger Bereich ist, den Menschen zu vermitteln, warum es wichtig ist, Gewerkschaftsmitglied zu sein, denn nur eine mitgliederstarke Gewerkschaft hat das nötige Gewicht bei den Kollektivverhandlungen. Und nur einer starken Gewerkschaft ist es zu verdanken, dass es in Österreich das 13. und 14. Monatsgehalt gibt." Klingt überzeugend.

Was ist das Anstrengende in deiner Tätigkeit?
"Das Anstrengende ist, dass man als Gewerkschafter oder auch als Betriebsrat so eine Art ‚Prellbock' ist, auf den die verschiedenen Interessen und Erwartungen aufprallen."

Was ist das Enttäuschende?
"Es wird immer mehr Mode, dass Unternehmer ihre Mitarbeiter - einfach ausgedrückt - 'legen'. Sie zahlen z.B. bestimmte Lohnzuschläge nicht aus, weil sie damit rechnen, dass nur wenige draufkommen und sich aufregen."

Worüber freust du dich als Gewerkschafter?
"Wie jeder Mensch freue ich mich über Erfolge. Ein schöner Erfolg ist, dass es ab November 2005 ein einheitliches Lohnsystem für Arbeiter und Angestellte gibt, das z.B. auch Vorrückungen für Arbeiter beinhaltet;
Oder dass sehr viele Mitarbeiter in einer bekannten Firma im Mostviertel, wo sich der Betriebsrat ‚auf d'Fiaß gstöllt hat', wia ma so schön sagt, spontan der Gewerkschaft beitraten. Der Organisationsgrad erhöhte sich damit von ca. 40 auf 95%." Weltrekord nehme ich an. Gratulation. Gewerkschaft ist in!

Seit Jahren fällt mir auf, dass viele jüngere Gewerkschafter und Betriebsräte, wie du, aus bäuerlichen und christlichen Verhältnissen stammen.
Wie und warum bist du zur Gewerkschaft gekommen?
"Das ist leicht zu beantworten. Ich habe in der DOKW gelernt, wurde zum Jugendvertrauensrat gewählt, und nahm als solcher bei diversen Fortbildungskursen teil. Damit begann meine gewerkschaftliche Karriere. Gegenfrage: Kannst du mir einen Unterschied in den sozialen Zielen der Kirche und den Zielen der Gewerkschaftsbewegung sagen?" "Nein, kann ich nicht." "Na also. Option für die Armen, und auf Seite der Schwächeren zu stehen, sind idente Ziele; auch die christliche Forderung vom Umverteilen von den Reichen zu den Armen und das gewerkschaftliche Eintreten für eine soziale Steuergesetzgebung und für eine staatliche Sozialversicherung haben das gleiche Prinzip. Kirche und Gewerkschaft müssten damit natürliche Verbündete sein!"

Meine politische Standardfrage einmal umgekehrt formuliert.
Was ärgert dich an der momentanen Politik?
"Alles. Auf den Punkt gebracht. Sie geben denen die viel haben, und nehmen denen die wenig haben. So bei der Steuerreform, so bei der so genannten Pensionsreform, so bei der Streichung des Entgeltfortzahlungsfonds. Damit ist die Politik verantwortlich für Verschlechterungen des Betriebsklimas, verantwortlich für eine größere Arbeitslosigkeit, verantwortlich für geringere Kaufkraft und damit weniger Nachfrage, ..."

Vor einigen Tagen wurde ein neuer Papst, Benedikt XVI., gewählt.
Welche Forderung stellst du an den neu gewählten Papst?
"Kirche soll das erzkonservative, verkrustete, ablegen; soll sich wieder mehr um die Sorgen der kleinen Leute kümmern; soll a bissl mehr realitätsnäher sein; Und die Kirche soll aktiver eintretten gegen solche Tendenzen, wo die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden; die Kirche soll sich verstärkt gegen diese Ungerechtigkeit zu Wort melden; aber a in anderen Themen der Sozialpolitik, denn es kann doch der Kirche nicht wurscht sein, dass a 70 Jähriger ka Hüftgelenk mehr kriagt, weils die Versicherung nimma zahln wü.... Und die Kirche als ganze, so wie's die Betriebsseelsorge jetzt scho duat, soll verstärkt mit da Gewerkschaft und da Arbeiterkammer zusammenarbeiten, so wie's bei der ‚Allianz für den arbeitsfreien Sonntag der Fall war..., denn wias a alte gewerkschaftliche Weisheit sagt: Gemeinsam sa ma stark!"

Thomas, vielen Dank für das Interview. (Max Bramberger, Ende April 2005)

Interview mit Andrea Zinganell

Amstetten im Jan 2006



    Andrea Zinganell, GPA-Bezirkseekretärin für den Bezirk Amstetten

(Hier bei einer im Rahmen der Gewerkschaftschule durchgeführten Straßenaktion in Klagenfurt)


GPA SekretärInnen fallen nicht vom Himmel. Andrea, Du bist ja von deiner schulischen Ausbildung nicht gewerkschaftlich "vorbelastet".
Wie bist du zu dieser Arbeit gekommen?
"Tja dass ist schon lange her. Die Firma, in der ich früher gearbeitet habe, ging in Konkurs. Ich arbeitete damals in der Personalverrechnung und war selbst Betriebsrätin. Als ich die Konkursabwicklung zur Zufriedenheit der Gewerkschaft machte, fragten sie mich, ob ich nicht bei ihnen anfangen würde. Ich nahm das Angebot an. nach vielen Lernprozessen und jahrelangem Sammeln von Erfahrungen, wurde eine Stelle als GPA-Sekretärin frei, worauf ich mich bewarb."

In den letzten Monaten war die GPA in aller Munde, als sie die Schlecker-Filialen überprüfte.
Um was ging es dabei genau, bzw Was ist dabei herausgekommen?
"Bei der Drogeriekette Schlecker gibt es systematische und permanente Verstöße gegen ar-beitsrechtliche und kollektivvertragliche Bestimmungen. Es wurden alle Schlecker-Filialen in ganz Österreich besucht, um sie über ihre Rechte aufzuklären. Die Auswertung hat ergeben, dass Vor- und Nacharbeiten nicht bezahlt werden und dass viele falsch eingestuft sind. Im Fall von Krankenstand wird Druck auf Mitarbeiterinnen ausgeübt uvm. Das Ziel dieser Aktion ist, einen konstruktiven Dialog mit der Geschäftsführung zu führen, damit die Misstände beendet werden können."

Du bist nun doch schon einige Jahre Gewerkschaftssekretärin
Was hat sich in der Arbeitswelt verändert?
"Die Arbeitswelt ist schnelllebiger, stressiger, hektischer und der Druck auf die Arbeitnehmer wird immer größer."

Wie beurteilst du den Slogan, "Geht's der Wirtschaft gut - geht's den Menschen gut".?
"Nachdem es der Wirtschaft nicht gut gehen kann, wenn´s den Menschen nicht gut geht, müsste der Slogen eigentlich heißen: "geht's den Menschen gut, geht´s auch der Wirtschaft gut."

Was empfindest du als das Mühsame in deiner Arbeit?
"Dass für viele Menschen heutzutage alles selbstverständlich geworden ist, sie brauchen keine Gewerkschaft, weil sie die jährlichen Gehaltserhöhungen, die die Gewerkschaft jedes Jahr neu ausverhandeln muss sowieso bekommen; Dass aber der Kollektivvertrag jährlich abläuft, dass wissen die wenigsten. Sollte kein Kollektivvertrag mehr zustande kommen, hätte das fatale Auswirkungen und zwar: Kein Urlaubsgeld, kein Weihnachstgeld, keine zusätzlichen freien Arbeitstage für z.b. Wohnungswechsel, Todesfall in der Familie, Niederkunft der Ehefrau und Vieles mehr. Das finde ich mühsam, dass sie es einfach nicht glauben, dass so etwas passieren kann."

Und was ist das Schöne an deiner Tätigkeit?
"Das Schöne an meiner Tätigkeit ist es, sich mit den Betriebsräten zu treffen, Schulungen zu veranstalten wo die Betriebsräte sich ihr Werkzeug für ihre Tätigkeit holen und dann ihre Kol-leginnen und Kollegen aufklären können." Das wichtigste ist aber den Schwächsten in unserer Gesellschaft zu helfen.

Was fällt dir spontan ein zum Begriff "Gewerkschaft"?
"Ist die einzige Institution die sich für die ArbeitnehmerInnen in den Betrieben einsetzt; Solidarität; Gemeinschaft; Ziele, Forderungen."

Was motiviert dich bei dieser nicht immer leichten Aufgabe?
"Wenn mir jemand, dem ich geholfen habe, ein Lächeln schenkt. Das ist ein Ausdruck, der mit Geld nicht aufgewogen werden kann."

Auf welche Erfolge bist du besonders stolz?
"Ich bin stolz, dass bei verschiedenen Veranstaltungen, Demonstrationen immer wieder eine Menge Menschen mittun und sich nicht denken, gehen eh die anderen für mich. (z.b. Demo gegen den Sozialabbau, Pensionskürzung usw. in Wien und anderen Orten)

Was sind deine Forderungen an die Politik?
"Da gibt es viele: Förderung der Lehrlinge. Arbeitgeber die keine Lehrlinge ausbilden, sich nur die Facharbeiter dann holen, müssten schon lange eine Strafe zahlen, die jenen Firmen zugute kommt, die Lehrlinge ausbilden; Unser Bildungssystem ist marod; Arbeitslosigkeit muss gestoppt werden; unser Gesundheitssystem ist eines der besten der Welt und darf nicht zerschlagen werden; Verhinderung vieler Firmenabwanderungen in Nachbarländern. Die Schlange an Forderungen ist endlos.

Und was wünscht du dir von der Kirche?
"Von der Kirche wünsche ich mir mehr Aufgeschlossenheit; das Konservative muss abgelegt werden. Der Pfarrer muss das Unrecht, das den Menschen geschieht, jeden Sonntag von der Kanzel predigen - So wie mein Freund Franz Sieder, der nimmt sich kein Blatt vor dem Mund, und er setzt sich auch immer für Arbeitnehmer ein.

"Andrea, ich danke Dir herzlich für das nette Interview." (Max Bramberger, Jänner 2006)



Interview mit Josef Steinboeck

Amstetten im Juni 2008



    Josef Steinböck, Vorsitzender des Arbeiter-Betriebsrates der Firma Umdasch



Interview mit dem Vorsitzenden des Arbeiter-Betriebsrates der Firma Umdasch, im Mai 2009

Für dreiviertel vier nachmittags habe ich mit dem Vorsitzenden des Arbeiter-Betriebsrates der Firma Umdasch einen Interviewtermin vereinbart. Die offene Atmosphäre ist bereits beim Betreten des Firmengeländes spürbar. "Ich will zum Arbeiterbetriebsrat." Der Portier zeigt mir bereitwillig den Weg . Das Betriebsratsbüro ist leicht zu finden. Es ist nach aussen hin mit einer großen Tafel gekennzeichnet. Auch das ist ein Zeichen der Offenheit und des Respekts der Firmenleitung gegenüber dem Betriebsrat. Ich bin vorbereitet. Das Interview mit meiner nun fast schon "standardisierten" Frageliste kann beginnen.

F1 Wie bist du Betriebsrat geworden?
"Ich wurde 2008, nach dem gesundheitsbedingten Rückzug von Karl Mayrhofer, von den Arbeiterbeiterbetriebsräten zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Ich bin aber schon seit 1996 Betriebsrat."
Und wie lange bist du schon in der Firma? "1980 habe ich hier im Bereich Shop- Concept (Ladenbau) zu arbeiten begonnen".

F2 Was war Deine Motivation, Betriebsrat zu werden?
"Ich habe mich immer schon, damals noch als ‚normaler' Arbeiter, für meine und die Interessen meiner Kollegen eingesetzt - und hatte damit automatisch Kontakt zum damaligen Arbeiterbetriebsrat (.......). Von ihm wurde ich dann auch angesprochen, ob ich als Betriebsrat mitmachen möchte."

F3 Was ist das Schöne an der Betriebsrats-Tätigkeit?
"Das Schöne ist, für benachteiligte Arbeitnehmer, mit ihren ganz persönlichen Befindlichkeiten, zum Sprachrohr werden zu können"; "Ich weiß, ausgesprochenen Dank kann man nicht erwarten, aber man spürt ihn, wenn man kleine Erfolge für sie erreicht hat."

Und was war ein großer Erfolg?
(nach kurzem Nachdenken) "Ein großer Erfolg war, dass wir ab 2006 erstmals eine Erfolgsabhängige Prämie, von immerhin 975 Euro im Jahr, für jede Arbeiterin sowie jeden Arbeiter ausgehandelt haben."

Und was waren kleinere Erfolge?
"Da gibt es viele. Zum Beispiel eine bessere Auswahl bei der Arbeitsbekleidung, T-Shirts etc. Oder im vorigen Jahr, als es so heiß war, haben wir die Verteilung von Gratis-Mineralwasserflaschen organisiert, was ja bei diesem großen Betrieb kein unerheblicher logistischer Aufwand ist."

F4 Was ist das Anstrengende?
"Aufgrund der Größe des Betriebes ist es oft nicht leicht, die Kollegenschaft regelmäßig zu erreichen, um ihre Bedürfnisse rechtzeitig zu erfahren"; Auch muss man immer ein Auge darauf haben; ob und wie diverse Vereinbarungen gelebt und auch eingehalten werden!"


F5 Die Firma ist ein international agierendes Unternehmen. Habt ihr einen europäischen oder internationlen Betriebsrat?
"Nein, haben wir nicht. Dazu ist zu sagen, dass es erstens 170 Niederlassungen in 60 Ländern weltweit gibt, zweitens dort fast keine Arbeiter sind. Die meisten sind Angestellte wie Techniker, Ingenieure, Projektleiter usw. und drittens keine unmittelbare Notwendigkeit besteht, da die einzelnen Standorte nicht gegeneinander ausgespielt werden."

Und wie schaut es bei den österreichischen Standorten aus?
"Die Arbeitnehmer in der Niederlassung St. Martin werden von uns aus Amstetten mit betreut und zum eigenständigen Betriebsrat der 2001 erworbenen Firma Assmann besteht ein loser Kontakt, der allerdings etwas mehr sein könnte."

F6 Was wünscht du dir von der Politik?
"Dass auf die einfachen Arbeitnehmer nicht vergessen wird. Das ist unabhängig von der Krise. Alles andere hat oft Vorrang, Banken zum Beispiel."

F7 Und was wünscht du dir von Kirche?
"Dass die ‚Geistlichen' sich mehr Ahnung verschaffen, was sich in den Betrieben und bei den Arbeitnehmern tut; dass sie realitätsnäher werden ( Priesterehe, Verhütung, ...); dass sie offener zu den Problemen der Menschen werden; und dass sie in ihren Predigten auch sagen, SO geht man nicht mit den Mitmenschen um."

F8 Ein Thema möchte ich unbedingt noch anschneiden, die Wirtschaftskrise. Wie weit seid ihr von der Wirtschaftskrise betroffen?
"Durch die ca. 90%ige Exportorientierung des Konzerns natürlich gewaltig. Bereits im Spätsommer 2008 zeigte sich ein Rückgang der Aufträge. Durch unsere Produktvielfalt sind die verschiedenen Bereiche und Abteilungen natürlich unterschiedlich betroffen. Dieser Rückgang liegt heute zwischen minus 40-60%."

Und wie reagierte die Firma?
"Die Reaktion der Firma erfolgte sorgsam und stufenweise. Man wusste anfangs ja nicht, wie lange es dauert. Die Maßnahmen waren":
1. Eine Vertriebsoffensive in den Märkten.
2. Verstärkte Produktion auf Lager, dh. es wurden zusätzlich auch in der Umgebung Lagerplätze angemietet
3. Dann, als die Auftragslage sich nicht besserte, wurden sukzessive ca. 500 Leasing-Arbeiter abgebaut.
4. Zeitausgleichbevorratung für Stammmitarbeiter. Das geht aber nur bis zu max. 160 Stunden.
5. Und zum Schluss mussten ca. 150 Arbeiter und ca.25 Angestellte gekündigt werden. Man muss aber dazusagen, dass das den Eigentümern nicht leicht gefallen ist. Weiters ist zu erwähnen, dass Umdasch seit 2005 gut 600 Mitarbeiter (Arbeiter und Angestellte) aufgenommen hat, von 1.994(2005) auf 2.610(Anfang 2009). Jetzt sind es noch ca. 2.430 Arbeitnehmer am Standort Amstetten.
6. Seit dem Frühjahr 2009 haben wir Kurzarbeit für rund 1.400 Kollegen. Kurzarbeit bedeutet maximal 40% weniger Arbeitszeit, also rund 3 Tage pro Woche Arbeitszeit - und bei den durchschnittlich Verdienenden maximal 10% weniger Lohn und bei den mehr Verdienenden bis 20% weniger Lohn. Kurzarbeit wird es voraussichtlich einmal bis Ende November geben.

Und wie konntet ihr euch als Betriebsrat dabei einbringen?
"Alle diese, die Kollegen und Kolleginnen betreffende Maßnahmen ,wurden zwischen der Betriebsleitung und -erstmals -dem gesamten Betriebsrat, also dem Arbeiter- und dem Angestelltenbetriebsrat ausverhandelt. Ziel von beiden Verhandlungspartnern war, zum ersten so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern und zu erhalten und zum zweiten die Maßnahmen für die von Kündigung betroffenen Kolleginnen und Kollegen möglichst sozial verträglich zu gestalten."

Josef, ich danke dir sehr für deine informativen und offenen Worte
(Max Bramberger, im Mai 2009)

zurueck