Idee, Geschichte und Selbstverständnis der Betriebsseelsorge
Die Betriebsseelsorge(BS) der Diözese St. Pölten ist, wie auch in anderen Diözesen, eine Einrichtung der Katholischen Kirche. Ihr Schwerpunkt liegt im Kontakt zu den Menschen in Berufs- und Arbeitswelt und in deren Begleitung in Arbeit, Lebens- und Glaubensfragen.
Um dieser Aufgabe nachgehen zu können, sind vorwiegend in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in einigen Industriegebieten Betriebsseelsorgezentren eingerichtet worden.
Drei Zentren für Klinik- und Pflegepersonal bestehen in Linz, Graz, und Innsbruck.
Weitere 17 Betriebsseelsorgezentren gibt es in Feldkirch, Salzburg und Hallein, in Kapfenberg, in Linz, Steyr, Braunau, Traun, Vöcklabruck, Wels Oberes Mühlviertel.
Die Betriebsseelsorgezentren sind Österreichweit vernetzt. Einmal im Jahr treffen sich alle Zentrumsvertreter zu Terminkoordinierung, Erfahrungsaustausch und Weiterbildung. Das dabei entstandene Selbstverständnis der Betriebsseelsorge Österreichs ist ein Versuch, die Einheit in den Überzeugungen mit der Vielfalt der einzelnen Zentren zu verbinden.
Auszüge aus dem Selbstverständnis 2000
- Der Leitspruch des Selbstverständnisses Mit den Arbeitern im Weinberg, mit den Fischern
am See, mit den Frauen am Brunnen, mit den Ausgeschlossenen an einem Tisch ...
drückt die Sympathie der Betriebsseelsorge mit den Benachteiligten der Gesellschaft aus
und bestimmt auch ihre bevorzugte Zielgruppe: Arbeitslose; ArbeitnehmerInnen die in
untergeordneten Positionen beschäftigt sind; Menschen, die wenig verdienen, Lehrlinge, ...
- die Betriebseelsorge arbeitet
mit vielen Organisationen zusammen, die ernsthaft bemüht sind, die Situation der Benach
teiligten zu verbessern. Konkret sind das Betriebsräte, Gewerkschaften, Kath. Arbeiterjugend, Kath. ArbeitnehmerInnenbewegung Arbeiterkammer, Areitsloseninitativen...
- die Betriebsseelsorge schöpft Kraft aus dem Vorbild Jesu, der parteiisch war für die Schwächeren der Gesellschaft;
- schöpft Kraft aus der Lektüre der befreienden Botschaft des Alten und Neuen Testamentes;
- schöpft Kraft aus der Lektüre der Soziallehre der christlichen Traditionen;
- schöpft Kraft aus dem liturgischen Feiern, wo versucht wird Glaube und Leben zu verbinden;
- schöpft Kraft aus dem solidarischen Einsatz für Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung
- die Betriebsseelsorge fördert und vernetzt Menschen, denen ein gesundes Selbstbewußtsein und gerechte Verhältnisse ein Anliegen sind.
- die Betriebsseelsorge will eine Gesellschaft, in der Frauen und Männer in Familie,Arbeitswelt und Kirche gleich berechtigt sind;
- will eine Wirtschaft, die das Wohl aller Menschen in den Mittelpunkt stellt;
- will eine Politik, die den Rahmen für ein freies , friedliches, gerechtes und demokratisches Miteinander aller schafft.
- will eine befreiende Kirche, die ein Ort der Hoffnung ist.