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Betriebsseelsorge Amstetten

Idee, Gründung, Bereich, Personen, das Büro, Tätigkeiten, Zusammenarbeit mit

Entstehung und Personen

Am Anfang war die Idee. In der Aufbruchsstimmung des II.Vatikanischen Konzils wurde die Idee geboren, eine speziell auf die Bedürfnisse der Arbeiter in den Großbetrieben zugeschnittene Pastoral einzurichten. Betriebsseelsorgezentren in ganz Österreich wurden gegründet. Die bekannteste ist die Voest-gemeinde in Linz. In der Diözese ST.Pölten wurde die Betriebsseelsorge Amstetten, Ybbs- und Erlauftal als eine von insgesamt fünf im Jahr 1976 gegründet. Das Gebiet umfasst somit fast das gesamte Mostviertel.

Die Betriebsseelsorge Amstetten ist eng verbunden mit Kaplan Franz Sieder, der nun seit gut 25 Jahren in diesem großen Gebiet als Betriebsseelsorger tätig ist. Franz Sieder sieht seine Schwerpunkte im regelmäßigen Kontakt mit den Gewerkschaftern der vielen Betriebe in dieser Region und vor allem auch in den verschiedensten Runden, die er aufgebaut hat und leitet. Es sind dies insgesamt 10 Runden, Fabriksarbeiterrunden, Eisenbahnerrunden, Krankenschwesternrunden, KAB-Runden und auch eine Runde mit geschiedenen Frauen. Seit gut 3 Jahren wird Kaplan Franz Sieder von Max Bramberger als Pastoralassistent für die Betriebsseelsorge unterstützt, dessen Schwerpunkte in den letzten Jahren waren: Mitherausgeber des Buches Gegen den Strom - Politische Predigten und Reden von Franz Sieder, Verbesserung der Infrastruktur, Aufbau von neuen Runden z.B. die Gruppe Oropax und die Böhlerwerker Runde.

Unser Büro

Das Büro der Betriebsseelsorge befindet sich in der Kirchengasse 16 in Amstetten, eingekreist vom Pfarrsaal und dem Pfarrhof der Pfarre St.Stephan. Erreichbar sind wir unter der Telefonnummer 07472 64617. Es ist eher dürftig ausgestattet. Trotzdem erfüllt es verschiedene Funktionen: Sitzungszimmer, Probenraum, Rundenraum Kopierraum, Telefon- und Internetzentrale, Bibliothek, Archiv, Cafeteria, Ideenschmiede für Aktionen und Veranstaltungen, Zwischenlager diverser Möbelstücke, Kalender etc. Ein Besuch lohnt sich allemal!

Tätigkeitsbereiche oder Was tun wir?

Hauptschwerpunkt sind sicher die Betriebsbesuche. In regelmäßigen Abständen besucht Franz Sieder Arbeiter und Arbeiterinnen in den größeren umliegenden Betrieben, z.B. Umdasch, Böhler, Schneider, Pointner, ife, bene, Forster, Lisetz Zizala, Buntmetall und deren Betriebsräte.
Einmal pro Jahr organisieren wir einen Betriebsbesuch mit Pfarrern Pastoralassisten und Religionslehrer aus den umliegenden 4 Dekanaten. 2003 waren wir im Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug.
Franz Sieder arbeitet seit Beginn mit derAmstettner ACUS(Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialismus) zusammen. Seine Überzeugung ist, dass es nur dann eine Versöhnung von Kirche und Arbeiterschaft geben kann, wenn es zu einer Versöhnung zwischen Kirche und Sozialisten kommt. Früchte dieser Zusammenarbeit sind ein wohlwollendes Klima und das Zustandekommen mehrerer bildungspolitischer Veranstaltungen, meist Vortragsreihen und Podiumsdiskussionen. Viele prominente Redner waren bereits hier. Bischof Kräutler aus Brasilien, Bruno Kreisky, Ex-Verkehrsminster Caspar Einem, Johanna Dohnal, Karl Kumpfmüller, Bischof Jaques Gaillot aus Frankreich, um nur einige zu nennen.
Zudem ist es ihm gelungen, das Vertrauen zur Gewerkschaftsbewegung herzustellen. Zeichen dafür sind Einladungen als Redner bei diversen Bezirksversammlungen, Eröffnungen und beim großen, alle vier Jahr stattfindenden, Gewerkschaftskongress in Wien.

Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit mit PaxChristi von Amstetten. Ingrid Brandstetter und Franziska Simmer leiten diese Gruppe. Früchte dieser Zusammenarbeit sind z.B. das Politische Nachtgebet in der Klosterkirche am Aschermittwoch, Organisierung von Demonstrationen für den Frieden, das Projekt Fairness für AusländerInnen, u.v.m. Die PaxChristi Gruppe ist die powergroup von Amstetten.

Gemeinsam mit der KAB(Katholische Arbeitnehmerbewegung) von Amstetten und Niederösterreich versuchen wir in einzelnen Pfarren, die vom Arbeitermilieu geprägt sind, neue Gruppen zu gründen, in denen die Erfahrungen aus der konkreten Berufswelt aus der Sicht des Glaubens reflektiert werden. In diesem Bemühen um eine bewußte Arbeiterpastoral in den Pfarren entstanden u.a. die KAB-Vesper in Seitenstetten, der Sozialpolitische Stammtisch in Aschbach, der Sozialpolitische Frühschoppen in Ernsthofen und eine Vortragsreihe zur KSL (Katholischen Soziallehre) in Böhlerwerk, Ernsthofen und Wallsee. Fad wird uns nicht.

Die musikalische Stimme nach außen nimmt der Chor Oropax wahr. Schwerpunkt unserer unerhöhrten Auftritte sind Lieder aus der Tradition der Arbeiter- und Friedensbewegung. Wir singen aber auch ganz normale Volkslieder und Spirituals.

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