Aktivistenrunde
Zivilcourage - eine christliche Tugend?
1. KMB-Gebet:
Allmächtiger Gott und gütiger Vater, Du hast mich als Mann in diese
Welt gestellt, die Du erschaffen hast und die ich in Deinem Auftrag
gestalten soll. Gib mir den Mut und die Kraft dazu. Gib mir einen
festen und beständigen Glauben. Lass mich nie vergessen, dass Dein
Gebot das Gebot der Liebe ist. Hilf mir an jedem Tag, Dir in allem
zu dienen durch meine Arbeit, durch meine Sorgen um die mir Anvertrauten.
So darf ich beitragen zum Wohl meines Nächsten und zum Aufbau Deines
Reiches in dieser Welt. Dies bitte ich Dich durch Christus, unsern
Herrn. Amen. Vater unser ... Denn dein ich das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
2. Einleitung zum Thema:
Wir wollen uns bei dieser Aktivistenrunde sowohl beim Schriftgespräch
als auch in der allgemeinen "Untersuchung" dem Thema Zivilcourage
widmen! Was heißt Zivilcourage? Wir verstehen darunter den persönlichen
Mut, seine Überzeugung öffentlich zu bekennen, für sie einzutreten
und auch danach zu handeln, wenn es nachteilig oder schwierig ist.
Für den Christen bezieht sich dies auch auf seinen Glauben und sein
Leben aus diesem Glauben! Im Gegensatz dazu kann man heute oft hören:
"Was geht das mich an?", "Wieso soll ich mich da einmischen?", "Das
ist doch jedem seine Privatsache, wie er sein Leben gestaltet, seinen
Glauben lebt!" usw. Hören wir daher, bevor wir uns diesen Fragen
zuwenden, auf das Wort der Schrift!
3. Schriftlesung:
2.Tim. 4, 1-5 "Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus,
dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen
und bei seinem Reich: Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man
es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne in unermüdlicher
und geduldige Belehrung. Denn es wird eine Zeit kommen in der man
die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen
immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln; und man wird
der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden.
Du aber sei in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verkünde das
Evangelium und erfülle treu deinen Dienst."
Gedanken zur Schriftstelle:
Der Apostel Paulus ermahnt hier seinen Mitarbeiter Timotheus, aber
damit eigentlich auch jeden ehrlichen Christen, sich für die Verkündigung
von Christi Frohbotschaft einzusetzen! Wir lesen diese Schriftstelle,
jeder für sich, in Stille nochmals durch, dann möge jeder Teilnehmer
der AR sagen, was ihn an dieser Stelle besonders berührt, was er
für sich und die KMB daraus ableiten kann. Nach dem Dreischritt:
"Sehen - urteilen - handeln", fragen wir uns auch: Ob und wo wir
heute im religiösen Lebensbereich, in der Kirche allgemein und im
persönlichen Glaubensleben, mangelnde oder vielleicht sogar falsche
Verkündigung, selbst zusammengebastelte Glaubenslehren und "Fabeleien"
finden können und was die Ursachen hiefür sein könnten? Wir fragen
uns auch: "Wie können wir Fehlhaltungen korrigieren bzw. ihnen entgegentreten?
Wie können wir durch unser Leben, Christi Botschaft ehrlich verkünden
und uns als Christi treue Diener erweisen?
4. Untersuchung Zum Thema:
Zivilcourage im täglichen Leben! Wir wollen dieses Thema nicht unabhängig
von unserem Glauben, sondern aus unserem Glauben heraus betrachten.
SEHEN
Sammeln wir zunächst Fakten menschlicher Verhaltensweisen, die einer
mutigen Korrektur durch Mitmenschen bedürfen, z.B. · wenn Menschen
herabgesetzt, beschimpft, belästigt werden, wenn es Misshandlungen
gibt usw. · wenn Mobbing am Arbeitsplatz nicht nur die tägliche
Arbeit vermiest, sondern zur seelischen und körperlichen Qual werden
lässt, · wenn Menschen fremdes, auch öffentliches Eigentum missachten,
beschädigen oder zerstören, wenn Mist und Abfall einfach achtlos
weggeworfen wird usw. Welcher dieser Beobachtungen oder auch anderer
Art haben wir selbst schon gemacht? · Fragen wir uns auch, wo wir
selber gelegentlich unser Verhalten korrigieren müssten? Etwa bei
der Verbreitung von Vorurteilen gegenüber anderen Menschen; oder
bei Verantwortungslosigkeit oder Leichtsinn im Straßenverkehr, usw.
Die eigenen Fehler sehen und zugeben, an ihrer Behebung arbeiten
erfordert auch persönlichen Mut - Zivilcourage.
URTEILEN
Wir fragen uns, warum diese Verhaltensweisen im Umfeld von Wohlstand
und Freiheit so oft anzutreffen sind. · Warum werden andere Menschen
beschimpft, verunglimpft, misshandelt? · Warum werden andere Menschen,
Kollegen, Mitarbeiter als schlecht, schwach oder ungeeignet hingestellt?
(Mobbing) · Warum achten viele Menschen sowenig das Eigentum anderer,
warum wird öffentliches Gut zerstört, beschädigt oder auch als persönliches
Eigentum betrachtet? Was können wir dagegen tun?
HANDELN
Welche Möglichkeiten haben wir, gegen solche und ähnliche Verhaltensweisen
aufzutreten, oder zu ihrer Vermeidung beizutragen? · Z.B. wie sprechen
wir Menschen in geeigneter Form auf ihr Fehlverhalten an? · Oder:
wie kann ich selber bewusster handeln und urteilen? · Welche konkreten
Aktionen könnten wir durchführen: Aktion "Besinn dich - fahr besonnen"
zum Thema Verkehrsverhalten! Oder Aktion "Sauberkeit zum Umweltschutz"
usw. · Was können wir uns als AR konkret vornehmen, als Beitrag
zum Engagement für unsere Gesellschaft, für unsere Umwelt, für unsere
Verantwortung als Christen in Kirche und Gesellschaft? Setzen wir
uns eine oder zwei konkrete Aufgaben für das kommende Monat bis
zur nächsten AR! (Für sich persönlich oder als gemeinsames Anliegen).
5.
Abschlussgebet:
Gegrüsset seist du Maria .... und GL 32/3 Unter deinem Schutz uns
Schirm
P.S. Diese Aktivistenrunde kann auch in zwei Teilen a) religiöser
Teil, b) gesellschaftspolitischer Teil = Untersuchung abgeführt
werden.
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