Aktivistenrunde
MACHT UND OHNMACHT
IN UNSEREM LEBEN
1. Gebet:
Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun. Gib uns
den Mut, voll Glauben, Herr, heute und morgen zu handeln. Lass uns
in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun. Gib uns den Mut,
voll Hoffnung, Herr, heute von vorn zu beginnen. Lass uns in deinem
Namen, Herr, die nötigen Schritte tun. Gib uns den Mut, voll Liebe,
Herr, heute die Wahrheit zu leben. Lass uns in deinem Namen, Herr,
die nötigen Schritte tun. Gib uns den Mut, voll Glauben, Herr, mit
dir zu Menschen zu werden! Vater unser .....; Denn Dein ist das
Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Amen.
2. Schriftlesung:
Mt. 20, 25-28 Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken
und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei
euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will,
der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will,
soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen,
um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben
als Lösegeld für viele.
3. Gedanken zur Schriftstelle:
Lesen wir diese Schriftstelle nochmals still durch und überlegen
wir, was uns (mir) Jesus hier sagen will. Besprechen wir diese Schriftstelle
nach dem Dreischritt: Sehen, Urteilen, Handeln. Wenn Jesus in diesem
Schrifttext die Herrscher und Mächtigen benennt, dann verleiht er
damit der Erfahrung Ausdruck, dass gerade diese Personen oft in
Gefahr sind ihre Macht zu missbrauchen und dass sie das oft auch
tun! Doch wer zählt zu den "Mächtigen"? Sind das immer nur die politisch
Verantwortlichen, die Einflussreichen auf grund ihrer Einstellung,
ihres Reichtums ("Wer Geld hat, hat die Macht!"), ihrer Arroganz
oder anderer Faktoren? Kann nicht auch ich Macht missbrauchen, indem
ich andere herabsetze, denunziere (z.B. unbewiesene Verdächtigungen
weitererzähle), oder einfach nicht bereit bin, anderen dienstbar
zu sein, zu helfen, anderen zum mehr Menschwerden führen usw. Macht
an sich ist weder gut noch schlecht, aber es kommt darauf an, wie
wir (ich) sie gebrauche(n). Macht ist auch durchaus gottgewollt;
vgl. den Ausspruch Jesu gegenüber Pilatus: "Du hättest keine Macht
über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre!"
4. Untersuchung zum Thema SEHEN ·
Wer hat Macht in unserem täglichen Leben, wo und wie tritt sie
uns entgegen? · Wie steht es mit meiner Macht? Erkenne ich wo ich
Macht ausübe? Oder: Wo findet erforderliche Machtausübung nicht
statt, etwa indem weggeschaut wird, wo man einschreiten müsste.
· Erkennen wir auch die Macht der Ohnmächtigen? Etwa eines neugeborenen
Kindes, das ganz auf die Hilfe seiner Eltern angewiesen ist und
in seiner Hilflosigkeit den Tagesablauf der ganzen Familie und auch
die Beziehung der Eltern beeinflusst. Gibt es hier auch die Gefahr
der Gewalt? Oder: Ein alter oder kranker Mensch, der in seiner Ohnmacht
seine ganze Umgebung tyrannisiert und damit Macht ausübt, ohne sich
dessen voll bewusst zu sein. · Können wir auch Beispiele nennen,
wo Macht und Autorität, in Liebe und Verantwortung wahrgenommen,
zum Dienst am Anderen wird?
URTEILEN ·
Wir fragen uns, wodurch jemand Macht ausüben kann: z.B. umfangreiches
Wissen, Informationsversorgung, konkrete Begabungen, ...? Wodurch
ist mir Macht gegeben? · Wir fragen uns, warum Macht so leicht missbraucht
werden kann? Welche Rolle spielen hier: Herrschsucht, Egoismus,
Geltungstrieb, ...? · Warum ist Machtmissbrauch oft identisch mit
Gewaltanwendung? Wo liegen hier die Ursachen? · Warum haben viele
Menschen vor der Macht bzw. den "Mächtigen" Angst? Wo liegen die
tieferen Gründe hiefür? (z.B. Abhängigkeiten, eigenes Versagen,
Feigheit ...).
HANDELN ·
Wir fragen uns: Wo können wir selbst, jeder für sich, Macht einsetzen
zum Wohle unserer Mitmenschen? Z.B. als Vater in der liebevollen
und verantwortlichen Erziehung meiner Kinder? Auch in der Erfahrung
des Loslassen müssens (Erfahrung: Ohnmacht anzunehmen). · Kann ich
auch anderen Macht (Kompetenz, Wissen, Leitungsfunktionen, etc.)
zugestehen; z.B. an das eigene Kind? · Wehre ich mich, wenn andere
ihre Macht missbrauchen und wie tue ich das? (Siehe auch AR-Skizze:
Zivilcourage). · Welche konkreten Vorsätze können wir fassen? Was
kann ich in meinem persönlichen Bereich tun? Z.B. nicht das eigene
Ansehen, sondern das Wohl des anderen bei Hilfsaktionen als Motor
des Handelns einsetzen; oder: sich einsetzen gegen rufschädigendes
Verhalten, gegen Mobbing am Arbeitsplatz, gegen Verantwortungslosigkeit
in vielen Bereichen ... oder keine Pauschalurteile abgeben gegen
Politiker, gegen Menschen in Not, gegen bestimmte Berufsgruppen
etc., oder Unterstützung positiver Ideen, Aktionen und Aufgaben
zum Wohl der Gemeinschaften in Gesellschaft und Kirche! · Können
wir als Aktivistenrunde ein Zeichen setzen oder eine Aktion durchführen,
die anderen Menschen Hilfe bringt, Mitmenschen dient, ohne dass
wir dafür besonders bedankt werden? (Z.B. Arbeitseinsatz in einer
Notsituation, usw.). Überlegen wir bis zur nächsten AR weitere Möglichkeiten
und berichten wir dann auch darüber, was uns gelungen ist.
Abschlussgebet: GL 127 Magnifikat
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