Aktivistenrunde
Männer gegen Burnout und Frust
Einleitung gemeinsames Gebet:
Geist Gottes wie das Licht den Schatten vertreibt, so befreie durch
deine göttliche Gegenwart alle, die sich verlassen und allein vorkommen,
von ihren schrecklichen Gefühlen.
Dom Helder Camara, verstorbener Erzbischof von Recife Brasilien
Schriftstelle Psalm 84
Freude am Heiligtum (Für den Chormeister. Nach dem Kelterlied. Ein
Psalm der Korachiter.)
Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen!/ Meine
Seele verzehrt sich in Sehnsucht nach dem Tempel des Herrn. Mein
Herz und mein Leib jauchzen ihm zu, ihm, dem lebendigen Gott. Auch
der Sperling findet ein Haus und die Schwalbe ein Nest für ihre
Jungen - deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein Gott und mein
König. Wohl denen, die wohnen in deinem Haus, die dich allzeit loben.
(Sela) Wohl den Menschen, die Kraft finden in dir, wenn sie sich
zur Wallfahrt rüsten. Ziehen sie durch das trostlose Tal, wird es
für sie zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen. Sie schreiten
dahin mit wachsender Kraft; dann schauen sie Gott auf dem Zion.
Herr der Heerscharen, höre mein Beten, vernimm es, Gott Jakobs!
(Sela) Gott, sieh her auf unsern Schild, schau auf das Antlitz deines
Gesalbten! Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums
ist besser als tausend andere. Lieber an der Schwelle stehen im
Haus deines Gottes als wohnen in den Zelten der Frevler. Denn Gott
der Herr ist Sonne und Schild. Er schenkt Gnade und Herrlichkeit;
der Herr versagt denen, die rechtschaffen sind, keine Gabe. Herr
der Heerscharen, wohl dem, der dir vertraut!
Sehen:
Wir merken heute, dass die Belastungen für jeden einzelnen Menschen
steigen, sei es in der Schule, in den Beziehungen, im Beruf. Die
Folge sind Depressionen, Zunahme von Sorgen, Abdriften in Alkoholprobleme,
Drogenprobleme, Medikamentenmissbrauch usw. Der Erfolgsdruck, auch
der Bildungsdruck, wird immer größer, wobei gleichzeitig die gestandenen
Strukturen wie kirchliche Gemeinschaft, Dorfgemeinschaft, Familie,
soziales Gefüge nicht mehr den Halt früherer Zeiten geben.
Urteilen:
Die Entwicklung als solche kann vom einzelnen nicht aufgehalten
werden. Es wird daher immer wichtiger, die persönliche Lebensweise
entsprechend zu überprüfen und dahin gehend zu ändern, dass man
durch Gemeinschaftsbildung, durch persönliche Lebensweise, usw.
diesen Druck stand hält bzw. entsprechende Schwerpunkte in seinem
Leben setzt. Das Christentum bietet hier eine Fülle von Lebensweisheit
an.
Handeln:
Persönliches Leben zu ändern gehört zu den schwierigsten Dingen
("Der Weg in die Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert") Die
letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass es sehr hilfreich und erfolgsversprechend
ist, dies auch in Gemeinschaft zu tun. Selbsthilfegruppen aller
Art sind das äußere Zeichen für diese Entwicklung. In der Pfarre
wäre daher zu überlegen (evtl. auch pfarrübergreifend in der KMB)
Angebote wie Exerzitien im Alltag oder auch Begleitung durch das
Männerprojekt der KMB der Diözese anzufordern und auf diesem Weg
die gewünschte Entwicklung zu bestärken. Ein paar Aspekte eines
möglichen Weges sollen zum Schluss hier noch aufgezeigt werden,
die sich auf Psalm 84 stützen.
1. Wie kann ich richtig leben? "Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht
nach dem Tempel des Herrn. Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm
zu, ihm dem lebendigen Gott." Christliche Lebensführung verlangt
also nach einem ganzheitlichen Ansatz der Leib, Seele und Herz umfasst.
Christliche Lebensweise bedeutet Sammlung statt Zerstreuung. Hilfreich
hiefür ist es, Orte der Stärkung, des Haltes, also "sichere Orte"
zu finden. Solche könnten sein:
1.1. "Das Heiligtum". Jeder von uns hat die Wirkung von schönen
Kirchen erfahren, in denen sich niederlassen und beten innere Kräftigung
und Trost bedeuten. Solche Orte können auch im Leben als Rückzugsmöglichkeit
eingerichtet werden (ein bestimmtes Zimmer ...)
1.2. Der Schlafraum Regelmäßiger und ausreichender Schlaf ist
eine Grundvoraussetzung für ein ausgeglichenes Leben. Der Schlafraum
sollte entsprechend gestaltet sein, z.B. keinen Fernseher haben.
1.3. Im Schatten der Flügel Darunter sind Orte zu verstehen, an
denen man die Geborgenheit merkt ("auch der Sperling findet ein
Haus und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen").
1.4. Die starken Hände Dieser Ort wird am besten mit dem Bild einer
Mutter oder eines Vaters verdeutlicht, die der ein angstvolles oder
weinendes Kind in die Arme nimmt und Trost und Ruhe spendet. Einen
solchen Ort zu finden und immer wieder aufzusuchen stärkt die Sicherheit,
die dieser Ort vermittelt.
2. Zu diesen Orten der Stille gehören auch Zeiten der Stille. Es
ist für das Wohl und die Entwicklung des Menschen unabdingbar, insbesondere
auch für sein geistiges und geistliches Wachstum, regelmäßig die
Zeiten der Stille zu halten. "Wohl den Menschen, die Kraft finden
in dir, wenn sie sich zur Wahlfahrt rüsten. Ziehen sie durch das
trostlose Tal, wird es für sie zum Quellgrund, und Frühregen kühlt
es in Segen. Sie schreiten dahin mit wachsender Kraft, dann schauen
sie Gott auf den Zion. Für die Gestaltung der Zeiten der Stille
oder des Wandern durch das trostlose Tal sind sieben Prinzipien
sehr hilfreich:
2.1. Das Vorbild Gottes, der im Schöpfungsbericht an jedem Tag
am Ende des Werks ruhte.
2.2. Darin bereits includiert ein gesunder Rhythmus, einerseits
am 7. Tage sollst du ruhen, andererseits täglich regelmäßig zu schlafen.
Ebenso fällt darunter ein- oder zweimal im Jahr sich auch eine längere
Zeit der Ruhe und Erholung "Erholung" zu genehmigen.
2.3. Das Ruheprinzip: Dieses wird schon in den zuvor genannten
sichtbar, wird aber nochmals herausgehoben. Dazu gehört Neinsagen
zu können und sich von bestimmten Tätigkeiten abgrenzen zu können.
2.4. Das Gedenkprinzip: Es lädt ein zurück zu schauen auf das geleistete,
sich daran zu freuen ...
2.5. Das Verzichtprinzip: Arbeitssüchtige Menschen tun sich sehr
schwer, die Arbeit ruhen zu lassen. Für das Wachstum und die Zeit
der Stille ist es daher wichtig, auch bewusst die Arbeit ruhen zu
lassen.
2.6. Das Erfrischungsprinzip: Erfrischung meint nicht nur Getränke
und Speise, sondern auch geistige Erfrischung, z.B. Zeit für Spiele,
für Wanderungen und dergleichen und so neue Kraft zu schöpfen.
2.7. Das Wiederholungsprinzip (in unseren Landen etwa im Rosenkranz
oder in den Litaneien verwirklicht). Dies bedeutet, dass es sehr
kräftigend, erholsam und stärkend sein kann, Situationen öfters
zu gestalten, in denen all diese zuvor genannten Elemente zusammen
wirksam werden und somit entsprechende Hilfe erreichen können.
3. Für diese persönliche Entwicklung ist es auch wichtig, den Kontakt
mit einer ganz bestimmten Art von Menschen bewusst zu suchen und
zu fördern:
3.1. Der Förderer, jemand der an mich glaubt, der mir vermitteln
kann, wo meine Qualitäten sind, wie ich mich weiterentwickeln kann.
3.2. Der Bestätiger: Jemand, der auf das, was ich tue und wie ich
es mache, schaut, es bestätigt, positiv zur Kenntnis nimmt und so
mein Tun und Handeln ermutigt.
3.3. Der Ermahner: Dieser gilt überhaupt als der wichtigste Partner.
Seine Aufgabe ist es, den Finger auf die Wunden stellen, auf die
Fehler und auf die Schwächen zu legen und gerade dort Entwicklung
zu fördern.
3.4. Der Fürbitter: Leicht einsichtig, dass es wertvoll ist, jemanden
zu haben, der bei anderen ein gutes Wort für mich einlegt und der
auch im christlichen Sinn für meine Entwicklung, für meine Person
betet.
3.5. Der Partner: Eine oder mehrere Personen, die mich ergänzend
mit mir an gemeinsamen Zielen arbeiten.
3.6. Der Pastor: Jemand, der mich fördernd, unterstützend, als
Gesprächspartner und auch im Sinne einer Klagemauer begleitet und
unterstützt.
Ausführlicher sind diese wichtigen Überlegungen für das eigene
Leben nachzulesen in dem Büchlein "Zurück zur ersten Lieben: Wie
ihr geistliches Leben neue Leidenschaft bekommt", Gordon MacDonald,
Verlag Projektion J
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