Toleranz zwischen
den Generationen
Älter werden
Gebet:
(Sir 30,21-25)
Überlass dich nicht der Sorge, schade dir nicht selbst durch
dein Grübeln!
Herzensfreude ist Leben für den Menschen, Frohsinn verlängert
ihm die Tage.
Überrede dich selbst, und beschwichtige dein Herz, halte Verdruss
von dir fern!
Denn viele tötet die Sorge, und Verdruss hat keinen Wert.
Neid und Ärger verkürzen das Leben, Kummer macht vorzeitig
alt.
Der Schlaf des Fröhlichen wirkt wie eine Mahlzeit, das Essen
schlägt gut bei ihm an.
Schriftlesung:
(Gal 3,26-28)
"Ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Christus
Jesus. ..Es gibt nun nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven
und Freie, nicht Mann und Frau, denn ihr seid alle einer in Christus
Jesus."
Die
Gemeinde Christi lebt vom Miteinander zwischen Menschen unterschiedlichen
Alters und unterschiedlicher Erfahrungen. Oft prallen die Ansichten
der "Alten" mit denen der "Jungen" aufeinander.
Wie wir miteinander umgehen, miteinander reden, drückt die
Wertschätzung aus, die wir für einander haben, zeigt wie
ernst wir unser Christsein leben.
Ältere
sind oft in Gefahr, sich schneller, als sie eigentlich wollen, überreden
zu lassen, oder um des lieben Friedens willen zu schweigen. Andererseits
können sie durch Rechthaberei und Sturheit Entwicklungen blockieren
und zukunftsweisende Aufbrüche lähmen.
·
Wie werden die Anliegen, Interessen, Ideen anderer aufgenommen?
· Werden die älteren Menschen mit ihren Anliegen in
der Pfarre ernstgenommen?
· Oder betrachtet man sie als vernachlässigbare Randgruppe?
· Haben Ältere die Möglichkeit, ihre Ansichten
einzubringen und zu verwirklichen?
· Wenn nein: Warum nicht, wer oder was hindert sie daran?
Alte
Menschen, die in der Gemeinde offen und ehrlich ihre Meinung sagen,
die ihre Fähigkeiten und Erfahrungen einbringen, die, soweit
noch in der Lage, bereit zu fruchtbarer Zusammenarbeit sind, sind
eine große Chance für die Pfarrgemeinde.
Aber
auch durch ihr Leben vermitteln ältere Menschen, was es heißt,
alte Rollen abzulegen und in neue Rollen und Aufgaben hineinzuwachsen.
Sie leben vor, wie Menschen auch nach vielen Abschieden, manchmal
einsam, mit nachlassenden Kräften sinnvoll leben können.
Schriftstelle
(1 Kor 1,27)
" ... das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um
die Weisheit zuschanden zu machen und das Schwache in der Welt hat
Gott erwählt, um das Starke zu beschämen. Und das Niedrige
in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt; das was nichts
ist, um das was etwas ist, zu beschämen."
Handlungsvorschläge:
· Reden wir im Pfarrgemeinderat über das Verhältnis
Jüngere zu Älteren.
· Überlegen wir dabei, wie und wo wir es noch verbessern
könnten.
· Wie wäre es mit einer pfarrlichen (Bildungs-) veranstaltung,
bei der jede der beiden Gruppen ihre Ansichten und Wünsche
bekannt geben kann?
· Oder mit einer Informationsveranstaltung über das
Seniorentrainingsprogramm "LIMA - Lebensqualität im Alter"!?
(Diese Skizze ist großteils daraus!)
· Ich nehme mir persönlich vor, öfters bewusst
mit älteren Menschen zu sprechen und ihnen dabei auch zuzuhören.
Abschlußgebet:
(Theresia von Avila, 1515-1582)
O Herr,
du weißt besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter
und eines Tages alt sein werde.
Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem
Thema etwas sagen zu müssen.
Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten
anderer ordnen zu wollen.
Lehre mich, nachdenklich (aber nicht grüblerisch), hilfreich
(aber nicht diktatorisch) zu sein.
Bei meiner ungeheuren Ansammlung von Weisheit erscheint es mir ja
schade, sie nicht weiterzugeben - aber du verstehst, O Herr, dass
ich mir ein paar Freunde erhalten möchte.
Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten und verleihe
mir Schwingen zur Pointe zu gelangen.
Lehre mich schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden.
Sie nehmen zu - und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von
Jahr zu Jahr.
Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir Krankheitsschilderungen
anderer mit Freude anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig
zu ertragen.
Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann.
Erhalte mich so liebenswürdig wie möglich.
Ich möchte kein Heiliger sein -mit ihnen lebt es sich so schwer
-,
aber ein alter Griesgram ist das Krönungswerk des Teufels.
Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken,
und verleihe mir, O Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.
(Diese Aktivistenrunde wurde von Vorstandsmitglied Friedrich Prand,
02742/398/338, gestaltet.)
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Im
Sinne des Apostels dürften wir wohl ergänzen: Es gibt
nun nicht mehr Alte und Junge, Greise und Kinder ..." Vor Gott
sind alle gleich an Würde und Bedeutung
Gerade
dann, wenn ältere Menschen nicht mehr ganz mitwirken können,
weisen sie uns darauf hin, dass auch Pflegebedürftige, Verwirrte
und Unansehnliche Ebenbild Gottes sind, Menschen in denen wir Christus
begegnen.
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