Die Aktivistenrunden der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

 

 




 
    Friedrich Prand
   

Toleranz zwischen den Generationen
Älter werden

Gebet: (Sir 30,21-25)
Überlass dich nicht der Sorge, schade dir nicht selbst durch dein Grübeln!
Herzensfreude ist Leben für den Menschen, Frohsinn verlängert ihm die Tage.
Überrede dich selbst, und beschwichtige dein Herz, halte Verdruss von dir fern!
Denn viele tötet die Sorge, und Verdruss hat keinen Wert.
Neid und Ärger verkürzen das Leben, Kummer macht vorzeitig alt.
Der Schlaf des Fröhlichen wirkt wie eine Mahlzeit, das Essen schlägt gut bei ihm an.

Schriftlesung: (Gal 3,26-28)
"Ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. ..Es gibt nun nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau, denn ihr seid alle einer in Christus Jesus."

Die Gemeinde Christi lebt vom Miteinander zwischen Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Erfahrungen. Oft prallen die Ansichten der "Alten" mit denen der "Jungen" aufeinander. Wie wir miteinander umgehen, miteinander reden, drückt die Wertschätzung aus, die wir für einander haben, zeigt wie ernst wir unser Christsein leben.

Ältere sind oft in Gefahr, sich schneller, als sie eigentlich wollen, überreden zu lassen, oder um des lieben Friedens willen zu schweigen. Andererseits können sie durch Rechthaberei und Sturheit Entwicklungen blockieren und zukunftsweisende Aufbrüche lähmen.

· Wie werden die Anliegen, Interessen, Ideen anderer aufgenommen?
· Werden die älteren Menschen mit ihren Anliegen in der Pfarre ernstgenommen?
· Oder betrachtet man sie als vernachlässigbare Randgruppe?
· Haben Ältere die Möglichkeit, ihre Ansichten einzubringen und zu verwirklichen?
· Wenn nein: Warum nicht, wer oder was hindert sie daran?

Alte Menschen, die in der Gemeinde offen und ehrlich ihre Meinung sagen, die ihre Fähigkeiten und Erfahrungen einbringen, die, soweit noch in der Lage, bereit zu fruchtbarer Zusammenarbeit sind, sind eine große Chance für die Pfarrgemeinde.

Aber auch durch ihr Leben vermitteln ältere Menschen, was es heißt, alte Rollen abzulegen und in neue Rollen und Aufgaben hineinzuwachsen. Sie leben vor, wie Menschen auch nach vielen Abschieden, manchmal einsam, mit nachlassenden Kräften sinnvoll leben können.

Schriftstelle (1 Kor 1,27)
" ... das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisheit zuschanden zu machen und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zu beschämen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt; das was nichts ist, um das was etwas ist, zu beschämen."

Handlungsvorschläge:
· Reden wir im Pfarrgemeinderat über das Verhältnis Jüngere zu Älteren.
· Überlegen wir dabei, wie und wo wir es noch verbessern könnten.
· Wie wäre es mit einer pfarrlichen (Bildungs-) veranstaltung, bei der jede der beiden Gruppen ihre Ansichten und Wünsche bekannt geben kann?
· Oder mit einer Informationsveranstaltung über das Seniorentrainingsprogramm "LIMA - Lebensqualität im Alter"!? (Diese Skizze ist großteils daraus!)
· Ich nehme mir persönlich vor, öfters bewusst mit älteren Menschen zu sprechen und ihnen dabei auch zuzuhören.

Abschlußgebet: (Theresia von Avila, 1515-1582)

O Herr, du weißt besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter und eines Tages alt sein werde.
Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen.
Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.
Lehre mich, nachdenklich (aber nicht grüblerisch), hilfreich (aber nicht diktatorisch) zu sein.
Bei meiner ungeheuren Ansammlung von Weisheit erscheint es mir ja schade, sie nicht weiterzugeben - aber du verstehst, O Herr, dass ich mir ein paar Freunde erhalten möchte.
Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten und verleihe mir Schwingen zur Pointe zu gelangen.
Lehre mich schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden.
Sie nehmen zu - und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr.
Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir Krankheitsschilderungen anderer mit Freude anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen.
Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann.
Erhalte mich so liebenswürdig wie möglich.
Ich möchte kein Heiliger sein -mit ihnen lebt es sich so schwer -,
aber ein alter Griesgram ist das Krönungswerk des Teufels.
Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken,
und verleihe mir, O Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.


(Diese Aktivistenrunde wurde von Vorstandsmitglied Friedrich Prand, 02742/398/338, gestaltet.)

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Im Sinne des Apostels dürften wir wohl ergänzen: Es gibt nun nicht mehr Alte und Junge, Greise und Kinder ..." Vor Gott sind alle gleich an Würde und Bedeutung
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gerade dann, wenn ältere Menschen nicht mehr ganz mitwirken können, weisen sie uns darauf hin, dass auch Pflegebedürftige, Verwirrte und Unansehnliche Ebenbild Gottes sind, Menschen in denen wir Christus begegnen.


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    Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr