Die Aktivistenrunden der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

 

 




 
    Josef Muhr
   

Toleranz - was sie fördert -
was ihr entgegensteht


Gebet:
Gütiger Gott.
Du hast uns nicht ein Herz gegeben, um einander zu hassen,
und nicht Hände um einander zu bekämpfen.
Gib, dass wir einander helfen die Bürde unseres beschwerlichen und vergänglichen Lebens zu tragen.
Gib, dass wir erkennen, dass die Unterschiede
in unseren Kleidern, in unserer Position,
in der Höhe unserer Sparguthaben,
in unserer Abstammung, in unserer politischen Einstellung,
die uns in unseren Augen so ungleich machen,
vor dir alle gleichwertig sind.
Vom Gaza-Streifen bis Kalifornien sind wir alle Brüder.
Egal wie wir dich nennen und wie wir zu dir beten.
Großer, gerechter und barmherziger Gott erbarme dich unser.

Wo sind die Grenzen der Toleranz: Wir können und dürfen nicht tolerant sein gegen Unrecht. Wo die Würde des Menschen verletzt wird endet die Toleranz.

Hier zeigt sich auch ein Problem, die Ambivalenz der Toleranz. Man kann nicht sagen: Intoleranz muss mit allen Mitteln bekämpft werden. Damit werde ich selbst intolerant.

Toleranz setzt einen eigenen Standpunkt voraus. Die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen heißt nicht, das ich meinen Standpunkt ändere, sondern vielmehr das ich meinen Horizont erweitere.

Persönliche Fragen
Glaube ich an die Gleichheit der Menschen vor Gott oder haben sich durch meine Erziehung, durch mein Lebensumfeld, eine Einteilung der Menschen eingeschlichen?
Kann ich andere Lebensentwürfe akzeptieren? Andere Ziele anerkennen, gegenüber andere Wertvorstellungen vorurteilsfrei sein. Verwechsle ich Toleranz mit Gleichgültigkeit.
Jeder Mann reflektiert sein Potential aus dem er Toleranz entwickeln kann.

Der Toleranz

steht entgegen fördert
Voreingenommenheit Nachsicht
Kompromisslosigkeit Großzügigkeit
Unduldsamkeit, Ausgrenzung Geduld
Verachtung Friedlichkeit
Fremdenhass Behutsamkeit
Engstirnigkeit Herzlichkeit
Fanatismus Verständnis
Rechthaberei Rücksicht

Wege zur Toleranz:
Verantwortung und Freiheit
Wir haben heute in unserer Welt die Freiheit der Entscheidung. Diese Entscheidung müssen wir auch verantworten. Wenn es auch viele Sachzwänge gibt, so spiegelt die Summe der freien Entscheidungen auch unsere Verantwortung als Person wider.

Anerkennung der Persönlichkeit
Persönlichkeit ist die Fähigkeit sich als handelnde Person zu verstehen. Nicht jede Entscheidung ist für den Menschen gleich sinnvoll. Z.B. Ein Nichtschwimmer wird einen Ertrinkenden anders helfen als ein Schwimmer. Unterschiedliche Handlungsweisen führen zu verschiedenen Meinungen. Diese anzuerkennen spiegelt Toleranz wider und bereichert das Leben.

Frieden
haben mit anderen Männern. Verletzungen aufzuarbeiten, ermöglicht Toleranz.
Fähig, sein erlittenes Unrecht nicht anzurechnen, gemeinsam nach Eintracht und Frieden zu suchen.

Männerfreundschaft,
die frei ist von Konkurrenzkampf, von Imponiergehabe, Wertung und Verzweckung. Freundschaft die getragen ist von Gemeinsamkeit und den gemeinsamen Zielen.

Fragen:
Gelingt es mir die Freiheit des Menschen zu akzeptieren? Ist es mir möglich, mich in Menschen, die mich verletzt haben, hineinzudenken? Habe ich einen Freund? Wie pflege ich die Freundschaft?

Schriftstelle: Jakobusbrief 2,8
Wenn ihr dagegen nach dem Wort der Schrift: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, das königliche Gesetz erfüllt, dann handelt ihr recht.
Wenn ihr aber nach dem Ansehen der Person urteilt, begeht ihr eine Sünde, und aus dem Gesetz selbst wird offenbar, dass ihr es übertreten habt.

(Diese Aktivistenrunde wurde von Diözesansekretär Josef Muhr, 02742/398/340, gestaltet.)

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Toleranz ist die Anerkennung der Würde der Menschen
Sie drückt sich in der Art und Weise der Beziehung zu anderen aus. Den Anderen (Mann) wirklich akzeptieren, ihn anzuerkennen in seinem Anderssein. Nicht die Anerkennung des Andersseins ist das Ziel der Toleranz, sondern die Sorge um die Gemeinsamkeit
 
 
 
.Nach dem gemeinsamen Gebet überdenkt jeder Rundenteilnehmer den gemeinsamen Text. Folgende Fragen können hilfreich sein. In einer ersten Diskussionsrunde werden die persönlichen Erkenntnisse und Meinungen diskutiert. Der Rundenleiter achtet darauf, dass alle Teilnehmer zu Wort kommen.


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    Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr