Toleranz -
was sie fördert -
was ihr entgegensteht
Gebet:
Gütiger Gott.
Du hast uns nicht ein Herz gegeben, um einander zu hassen,
und nicht Hände um einander zu bekämpfen.
Gib, dass wir einander helfen die Bürde unseres beschwerlichen
und vergänglichen Lebens zu tragen.
Gib, dass wir erkennen, dass die Unterschiede
in unseren Kleidern, in unserer Position,
in der Höhe unserer Sparguthaben,
in unserer Abstammung, in unserer politischen Einstellung,
die uns in unseren Augen so ungleich machen,
vor dir alle gleichwertig sind.
Vom Gaza-Streifen bis Kalifornien sind wir alle Brüder.
Egal wie wir dich nennen und wie wir zu dir beten.
Großer, gerechter und barmherziger Gott erbarme dich unser.
Wo
sind die Grenzen der Toleranz: Wir können und dürfen nicht
tolerant sein gegen Unrecht. Wo die Würde des Menschen verletzt
wird endet die Toleranz.
Hier
zeigt sich auch ein Problem, die Ambivalenz der Toleranz. Man kann
nicht sagen: Intoleranz muss mit allen Mitteln bekämpft werden.
Damit werde ich selbst intolerant.
Toleranz
setzt einen eigenen Standpunkt voraus. Die Auseinandersetzung mit
anderen Meinungen heißt nicht, das ich meinen Standpunkt ändere,
sondern vielmehr das ich meinen Horizont erweitere.
Persönliche
Fragen
Glaube ich an die Gleichheit der Menschen vor Gott oder haben sich
durch meine Erziehung, durch mein Lebensumfeld, eine Einteilung
der Menschen eingeschlichen?
Kann ich andere Lebensentwürfe akzeptieren? Andere Ziele anerkennen,
gegenüber andere Wertvorstellungen vorurteilsfrei sein. Verwechsle
ich Toleranz mit Gleichgültigkeit.
Jeder Mann reflektiert sein Potential aus dem er Toleranz entwickeln
kann.
Der
Toleranz
| steht
entgegen |
fördert |
| Voreingenommenheit |
Nachsicht |
| Kompromisslosigkeit |
Großzügigkeit |
| Unduldsamkeit,
Ausgrenzung |
Geduld |
| Verachtung |
Friedlichkeit |
| Fremdenhass |
Behutsamkeit |
| Engstirnigkeit |
Herzlichkeit |
| Fanatismus |
Verständnis |
| Rechthaberei |
Rücksicht |
Wege
zur Toleranz:
Verantwortung und Freiheit
Wir haben heute in unserer Welt die Freiheit der Entscheidung. Diese
Entscheidung müssen wir auch verantworten. Wenn es auch viele
Sachzwänge gibt, so spiegelt die Summe der freien Entscheidungen
auch unsere Verantwortung als Person wider.
Anerkennung
der Persönlichkeit
Persönlichkeit ist die Fähigkeit sich als handelnde Person
zu verstehen. Nicht jede Entscheidung ist für den Menschen
gleich sinnvoll. Z.B. Ein Nichtschwimmer wird einen Ertrinkenden
anders helfen als ein Schwimmer. Unterschiedliche Handlungsweisen
führen zu verschiedenen Meinungen. Diese anzuerkennen spiegelt
Toleranz wider und bereichert das Leben.
Frieden
haben mit anderen Männern. Verletzungen aufzuarbeiten, ermöglicht
Toleranz.
Fähig, sein erlittenes Unrecht nicht anzurechnen, gemeinsam
nach Eintracht und Frieden zu suchen.
Männerfreundschaft,
die frei ist von Konkurrenzkampf, von Imponiergehabe, Wertung und
Verzweckung. Freundschaft die getragen ist von Gemeinsamkeit und
den gemeinsamen Zielen.
Fragen:
Gelingt es mir die Freiheit des Menschen zu akzeptieren? Ist es
mir möglich, mich in Menschen, die mich verletzt haben, hineinzudenken?
Habe ich einen Freund? Wie pflege ich die Freundschaft?
Schriftstelle:
Jakobusbrief 2,8
Wenn ihr dagegen nach dem Wort der Schrift: Du sollst deinen Nächsten
lieben wie dich selbst, das königliche Gesetz erfüllt,
dann handelt ihr recht.
Wenn ihr aber nach dem Ansehen der Person urteilt, begeht ihr eine
Sünde, und aus dem Gesetz selbst wird offenbar, dass ihr es
übertreten habt.
(Diese
Aktivistenrunde wurde von Diözesansekretär Josef Muhr,
02742/398/340, gestaltet.)
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Toleranz
ist die Anerkennung der Würde der Menschen
Sie drückt sich in der Art und Weise der Beziehung zu anderen
aus. Den Anderen (Mann) wirklich akzeptieren, ihn anzuerkennen in
seinem Anderssein. Nicht die Anerkennung des Andersseins ist das
Ziel der Toleranz, sondern die Sorge um die Gemeinsamkeit
.Nach
dem gemeinsamen Gebet überdenkt jeder Rundenteilnehmer den
gemeinsamen Text. Folgende Fragen können hilfreich sein. In
einer ersten Diskussionsrunde werden die persönlichen Erkenntnisse
und Meinungen diskutiert. Der Rundenleiter achtet darauf, dass alle
Teilnehmer zu Wort kommen.
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