Neue Serie zum Thema Gesundheit
Gesunde Männer?
Männer haben eine geringere Lebenserwartung als Frauen. Viele
Theorien, warum das so ist, wurden aufgestellt und wieder verworfen.
Was bleibt ist: Männer sterben früher und oft plötzlich.
- Der Autor dieser Serie Dr. Gerhard Gattringer ist Gemeindearzt
in Waid-hofen an der Ybbs -
Diese Tatsache sollte zu denken geben. Hängt sie doch ursächlich
mit der kollektiven Einstellung des Mannes zu seinem Körper, seiner
Gesundheit zusammen. Redensarten sind oft geeignet, kollektive Einstellungen
zu erfassen. Früh gehört, graben sie sich in unser Bewusstsein und
bestimmen oft unser Handeln.
„Ein Mann weint nicht.“
„Ein Indianer kennt keinen Schmerz“
„Was mich nicht umbringt, macht mich nur stärker“
Auch das alte „mens sana in corpore sano“ wird eher als Aufruf
zu extremem Training verstanden, in dem der Körper gestählt werden
soll, um einen ebensolchen Geist zu beherbergen. Was all diesen
Gedanken fehlt, ist der achtsame Umgang mit dem Körper. Achtsam
auf die Signale die er aussendet, achtsam auf mögliche schädigende
Einflüsse, achtsam aber auch auf körperliche Zeichen der Überforderung.
In der Folge möchte ich diese grundsätzlichen Überlegungen an einigen
ganz konkreten Beispielen näher ausführen.
Vorsorge:
Der Gedanke der Vorsorge, der Prävention ist bei Männern generell
noch nicht genügend entwickelt. Frauen haben hier ein weit größeres
Bewusstsein entwickelt. Sie gehen zur Mammographie, zu regelmäßigen
gynäkologischen Kontrollen zu „Gesundenuntersuchungen“. Bei Männern
ist das anders. Auch wenn in nächster Nähe Bekannte erkranken ist
das „Mir kann so etwas nicht passieren“ vorherrschend. Jeder Mann
sollte seine Risikofaktoren kennen. (Cholesterin, HDL Cholesterin,
Blutzucker, Harnsäure, Triglyceride, Gewicht, Blutdruck, Lebensstil)
Im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung werden diese Risikofaktoren
bestimmt und es kann entsprechend gegengesteuert werden. Die Zusammenschau
ist hier wichtig. Manche Risikofaktoren führen zu einer exponentiellen
und nicht wie angenommen linearen Steigerung des Gesamtrisikos,
an einer vorzeitigen Gefäßverkalkung zu erkranken. Ein Organ, das
leicht zu untersuchen ist, ist die Prostata. Auch diese Untersuchung
ist im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung vorgesehen. Ab dem 50. Lebensjahr
sollte die Prostata jährlich untersucht werden.
Gefühle:
Versuchen Sie Ihren Problemen gegenüber offen und positiv eingestellt
zu sein. Es ist durchaus nicht erstrebenswert, Wut-, Ärger- oder
Trauergefühle aus seinem Leben zu verbannen. Wenn Sie sich nicht
erlauben, ärgerlich zu sein, ärgert sich vielleicht Ihr Magen und
reagiert sauer! Seelische Vorgänge sind in der heutigen Zeit, immer
mehr Ursache für körperliche Beschwerden. Wenn Deine Seele leidet
überträgt sich das auf Deinen Körper, und umgekehrt! Bei depressiven
Gemütszuständen, kann Ihr Körper mit Müdigkeit oder aber auch mit
Muskelschmerzen reagieren. Das gleiche gilt auch umgekehrt: Wenn
Sie Ihren Körper verletzt oder überanstrengt haben, kann die seelische
Reaktion Angst oder Niedergeschlagenheit sein.
Die Spiritualität, die Kreativität, die körperliche Leistungsfähigkeit
(Sportler) eines Menschen ist eng verknüpft mit seiner Gemütsverfassung.
Sieger lächeln!
Das Resultat einer Aussprache (einfach nur erzählen, seelische Entschlackung,
Beichte) ist oft verblüffend: Körperliche Verspannungen und die
damit verbundenen Schmerzen lassen nach oder lösen sich gänzlich.
Wichtig dabei ist – wie überall - eine vertrauensvolle Atmosphäre
zwischen den Gesprächspartnern.
Körperbewusstsein:
Versuchen Sie, Ihr Körperbewusstsein zu entwickeln, Ihre körperliche
Leistungsfähigkeit und seelische Ausgeglichenheit zu bewahren oder
zu betonen. Jeder Körper hat bestimmte, individuelle Bedürfnisse,
die beachtet und wahrgenommen werden wollen. Wenn Sie das tun, können
Sie nie gegen Ihren Körper handeln, sondern geben ihm das, was er
in der entsprechenden Situation braucht (z.B. Ruhe, Schlaf...).
Aber: Auf Knopfdruck geht nichts.
Wahrzunehmen, wie Muskeln und Gelenke reagieren, wenn man auf eine
bestimmte Art sitzt oder sich bewegt, das müssen die meisten erst
wieder lernen. Heute reden alle von Fitness - aber es gibt immer
mehr Menschen, denen das Gefühl dafür verlorengegangen ist, was
dem eigenen Körper guttut. Manchmal ist es notwendig erst einmal
den Menschen zum Nachdenken und zum Beobachten anzuregen. · Wie
geht es meinem Körper in der gewohnten Sitzhaltung? · Was passiert,
wenn ich den Schwerpunkt verlagere und mich aufrichte? · Wann ziehe
ich den Kopf ein und schiebe die Schultern nach vorn? · Habe ich
jetzt wirklich Hunger oder esse ich nur aus Gewohnheit? · Warum
greife ich jetzt zur Zigarette?
Im nächsten „rufer“ geht es weiter mit den Themen: Bewegung-Ernährung-
trinken
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„Ein Mann weint nicht.“
„Ein Indianer kennt keinen Schmerz“
„Was mich nicht umbringt, macht mich nur stärker“
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