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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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    April 2000  
Neue Serie zum Thema Gesundheit

Gesunde Männer?

Männer haben eine geringere Lebenserwartung als Frauen. Viele Theorien, warum das so ist, wurden aufgestellt und wieder verworfen. Was bleibt ist: Männer sterben früher und oft plötzlich.

- Der Autor dieser Serie Dr. Gerhard Gattringer ist Gemeindearzt in Waid-hofen an der Ybbs -

Diese Tatsache sollte zu denken geben. Hängt sie doch ursächlich mit der kollektiven Einstellung des Mannes zu seinem Körper, seiner Gesundheit zusammen. Redensarten sind oft geeignet, kollektive Einstellungen zu erfassen. Früh gehört, graben sie sich in unser Bewusstsein und bestimmen oft unser Handeln.
„Ein Mann weint nicht.“
„Ein Indianer kennt keinen Schmerz“
„Was mich nicht umbringt, macht mich nur stärker“

Auch das alte „mens sana in corpore sano“ wird eher als Aufruf zu extremem Training verstanden, in dem der Körper gestählt werden soll, um einen ebensolchen Geist zu beherbergen. Was all diesen Gedanken fehlt, ist der achtsame Umgang mit dem Körper. Achtsam auf die Signale die er aussendet, achtsam auf mögliche schädigende Einflüsse, achtsam aber auch auf körperliche Zeichen der Überforderung. In der Folge möchte ich diese grundsätzlichen Überlegungen an einigen ganz konkreten Beispielen näher ausführen.

Vorsorge:

Der Gedanke der Vorsorge, der Prävention ist bei Männern generell noch nicht genügend entwickelt. Frauen haben hier ein weit größeres Bewusstsein entwickelt. Sie gehen zur Mammographie, zu regelmäßigen gynäkologischen Kontrollen zu „Gesundenuntersuchungen“. Bei Männern ist das anders. Auch wenn in nächster Nähe Bekannte erkranken ist das „Mir kann so etwas nicht passieren“ vorherrschend. Jeder Mann sollte seine Risikofaktoren kennen. (Cholesterin, HDL Cholesterin, Blutzucker, Harnsäure, Triglyceride, Gewicht, Blutdruck, Lebensstil) Im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung werden diese Risikofaktoren bestimmt und es kann entsprechend gegengesteuert werden. Die Zusammenschau ist hier wichtig. Manche Risikofaktoren führen zu einer exponentiellen und nicht wie angenommen linearen Steigerung des Gesamtrisikos, an einer vorzeitigen Gefäßverkalkung zu erkranken. Ein Organ, das leicht zu untersuchen ist, ist die Prostata. Auch diese Untersuchung ist im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung vorgesehen. Ab dem 50. Lebensjahr sollte die Prostata jährlich untersucht werden.

Gefühle:

Versuchen Sie Ihren Problemen gegenüber offen und positiv eingestellt zu sein. Es ist durchaus nicht erstrebenswert, Wut-, Ärger- oder Trauergefühle aus seinem Leben zu verbannen. Wenn Sie sich nicht erlauben, ärgerlich zu sein, ärgert sich vielleicht Ihr Magen und reagiert sauer! Seelische Vorgänge sind in der heutigen Zeit, immer mehr Ursache für körperliche Beschwerden. Wenn Deine Seele leidet überträgt sich das auf Deinen Körper, und umgekehrt! Bei depressiven Gemütszuständen, kann Ihr Körper mit Müdigkeit oder aber auch mit Muskelschmerzen reagieren. Das gleiche gilt auch umgekehrt: Wenn Sie Ihren Körper verletzt oder überanstrengt haben, kann die seelische Reaktion Angst oder Niedergeschlagenheit sein.
Die Spiritualität, die Kreativität, die körperliche Leistungsfähigkeit (Sportler) eines Menschen ist eng verknüpft mit seiner Gemütsverfassung. Sieger lächeln!
Das Resultat einer Aussprache (einfach nur erzählen, seelische Entschlackung, Beichte) ist oft verblüffend: Körperliche Verspannungen und die damit verbundenen Schmerzen lassen nach oder lösen sich gänzlich. Wichtig dabei ist – wie überall - eine vertrauensvolle Atmosphäre zwischen den Gesprächspartnern.

Körperbewusstsein:

Versuchen Sie, Ihr Körperbewusstsein zu entwickeln, Ihre körperliche Leistungsfähigkeit und seelische Ausgeglichenheit zu bewahren oder zu betonen. Jeder Körper hat bestimmte, individuelle Bedürfnisse, die beachtet und wahrgenommen werden wollen. Wenn Sie das tun, können Sie nie gegen Ihren Körper handeln, sondern geben ihm das, was er in der entsprechenden Situation braucht (z.B. Ruhe, Schlaf...).
Aber: Auf Knopfdruck geht nichts.
Wahrzunehmen, wie Muskeln und Gelenke reagieren, wenn man auf eine bestimmte Art sitzt oder sich bewegt, das müssen die meisten erst wieder lernen. Heute reden alle von Fitness - aber es gibt immer mehr Menschen, denen das Gefühl dafür verlorengegangen ist, was dem eigenen Körper guttut. Manchmal ist es notwendig erst einmal den Menschen zum Nachdenken und zum Beobachten anzuregen. · Wie geht es meinem Körper in der gewohnten Sitzhaltung? · Was passiert, wenn ich den Schwerpunkt verlagere und mich aufrichte? · Wann ziehe ich den Kopf ein und schiebe die Schultern nach vorn? · Habe ich jetzt wirklich Hunger oder esse ich nur aus Gewohnheit? · Warum greife ich jetzt zur Zigarette?

Im nächsten „rufer“ geht es weiter mit den Themen: Bewegung-Ernährung- trinken

„Ein Mann weint nicht.“
„Ein Indianer kennt keinen Schmerz“
„Was mich nicht umbringt, macht mich nur stärker“
Teil II der Serie


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    Die KMB ist eine Gliederung der Kath. Aktion der Diözese St. Pölten
verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr