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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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    Dezember 1999 

Der Blick der Hoffnung - eine adventliche Sichtweise

Besinnliches!

- Peter Glas -

Wenn ich die Fensterjalousien in meiner Wohnung ganz herunterlasse, ist es in den Räumen stockdunkel. Ich sehe dann nicht einmal die eigene Hand vor dem Gesicht. - Freilich ist meine Wohnung auch mit einer Lichtinstallation und mit Lampen ausgestattet. Ich kann den Schalter betätigen, damit es hell wird. Gott hat - im übertragenen Sinn - eine „Lichtinstallation“ ganz tief in jeden Menschen gelegt. Das gibt uns die Möglichkeit, mit einem „Blick der Hoffnung“ zu sehen. Dieser Blick sieht den guten Willen, die Fähigkeiten, die Sehnsucht nach Sinn und erfülltem Leben und das Große, das in jedem Menschen - vielleicht noch verborgen - liegt. Dieser Blick sieht die „Lichtinstallation“, die Gott in uns angelegt hat. Vielleicht haben wir diese „Lichtinstallation“ in uns vernachlässigt. Aber sie ist leicht zu aktivieren. Schon der Wunsch, die Sehnsucht nach Licht ist ein Anfang.

Advent -voll mit lichtvollen Zeichen und Symbolen

Die Adventzeit mit ihren verschiedenen lichtvollen Zeichen und Symbolen lädt uns ein: „Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt!“ (Jes 60,1). Der grüne (Farbe der Hoffnung!) Adventkranz mit den Kerzen, die nach und nach entzunden werden; die Barbarazweige, die in der warmen Stube und im Licht der Sonne inmitten des kalten Winters aufblühen; der wohlige Schein der vielen Lichter und die erhebende Melodie des Liedes „Sieh, der Herr kommt in Herrlichkeit...“ bei den Roratemessen lassen manche Sehnsucht in uns wach werden: Sehnsucht nach Licht und Geborgenheit im Leben, eine Sehnsucht, die letztlich nur von Gott gestillt werden kann.

Werden wir zu "Lichtbringern"

Als Getaufte und Glaubende können wir zu „Lichtbringern“ für andere werden. Es wäre erfreulich, wenn wir den Mut hätten, einen „Blick der Hoffnung“ anzunehmen: uns selbst gegenüber (sehen, was schon alles in uns da ist, und Geduld haben im Blick auf das, was noch kommen kann und was im Werden ist...). Schenken wir den „Blick der Hoffnung“ aber auch unseren Mitmenschen. Sehen wir die guten Möglichkeiten, die in den anderen stecken, und machen wir einander darauf aufmerksam! Der „Blick der Hoffnung“ ist wie eine Zugsalbe: Er lockt heraus, was noch verborgen ist ...

Vor allem dürfen wir darauf vertrauen, daß Gott von der Zeit an, da wir noch im Mutterleib waren, bis heute mit diesem Blick auf uns sieht. Er schaut auf uns auch dann, wenn wir „unsere Jalousien“ unten lassen und „unsere Lichtinstallation“ vernachlässigen. Gott möchte uns herausführen aus den Dunkelheiten und Schatten zum Licht. Wir sollten es wagen: Machen wir uns auf den Weg mit „Augen der Hoffnung“. „Seht, die erste Kerze brennt ...“. Christus, das Licht, kommt uns entgegen.

Eine Pflanze, die
nicht dem Licht
zugewandt ist, verkümmert. Könnte ein Glaubender,
der vergisst,
auf das Licht Gottes zu schauen, und bei den Schatten verweilt,
in sich ein inneres Leben wachsen lassen? ...


Frère Roger, Taizé
 
 


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verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr