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   Das Online Magazin der Katholischen Männerbewegung St. Pölten
     

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    April 1999 

Der Obmann DI Dr Leopold Wimmer meint

Nationalismus

Die Idee von Nationalstaaten hat in der Geschichte unseres Jahrhunderts schon viel Leid und Zerstörung bewirkt. Gepaart mit einer übersteigerten Machtpolitik eines Diktators führt sie derzeit im Kosovo zu einer der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit. Ethnische Säuberung, wie man diese massenhafte Vertreibung und Ermordung von hunderttausenden Menschen so verniedlichend nennt, ist wohl einer der krankhaften Auswüchse des Nationalismus, der besagt, daß in einem Gebiet nur Menschen mit „gleicher Abstammung“ leben dürfen. Aber wie bestimmt man dies? Hat nicht überhaupt jeder engstirnige Begriff von Nation oder gar Rasse immer schon zu scheußlichen Verbrechen gegen Gruppen von Menschen geführt, die als Fremde bezeichnet wurden? Als Christen sollte uns zuallererst bewußt sein, daß wir alle den selben Vater haben, daß vor Gott alle Menschen gleich sind. Wenn ich das ernst nehme, wie kann ich dem, der neben mir wohnt, das Lebensrecht absprechen ? Wie kann ich jemand wegen seiner Sprache oder seinem Geburtsort als minderwertig bezeichnen? In der momentanen Katastrophe ist zunächst unsere Hilfe notwendig. Hilfe für die Menschen, die diesem politischen Wahnsinn zum Opfer fielen. Helfen wir, so gut wir können! Längerfristig sollten wir überlegen, wie wir in unserem Land den Ansätzen von Nationalismus begegnen können. Für mich kommt es nämlich darauf an, Heimat zu haben, in der Familie, im Kreise von Bekannten und Freunden ohne jemanden, der in meinem Ort wohnt, der in meiner Firma arbeitet, ausgrenzen zu müssen. Wehren wir also den Anfängen von Fremdenfeindlichkeit!

 

 
 


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verantwortlich für den Inhalt: Josef Muhr