Über die Versöhnung ...
Das Beste, was Christus zu geben hat
Beim Beten des Vater unser stolpere ich manchmal über
den Satz Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben
unseren Schuldigern. - Ich spüre, daß mir das Vergeben
nicht immer leicht fällt, beziehungsweise frage ich mich dann
und wann: Habe ich diesem Menschen wirklich vergeben...?
Kennen Sie auch das ungute Gefühl des Nicht-versöhnt-Seins?
- Ein Konflikt kann uns sehr bedrücken. Es können Unstimmigkeiten
in uns selbst sein, wenn wir an eigenen Fehlern, an eigener Schuld
nagen. Es können die Grenzen und das Versagen der
anderen sein, an denen wir uns stoßen und die das Miteinander
mit bestimmten Menschen belasten. Vielleicht ist dieses Miteinander
in gewissen Fällen ganz abgebrochen.
Dem entgegnet Frère Roger aus Taizè:
Würden wir ohne Versöhnung leben, würden wir
Christus mit dem Besten, was er zu geben hat, im Stich lassen.
Versöhnen meint nicht, etwas zu verharmlosen. Es meint vielmehr
die Chance, neu zu beginnen. - Wir selbst dürfen und können,
wenn wir wollen, täglich neu beginnen. Und es liegt auch an
uns, den anderen diese Chance zu geben.
Vielleicht kann ein Gespräch mit einem Ihnen vertrauten, geistlich
erfahrenen Menschen oder mit einem Priester Ihres Vertrauens helfen.
In einer guten Beichte erfahren wir Erleichterung darüber,
daß Gott uns annimmt und uns vergibt. Daraus kann die Kraft
erwachsen, die anderen anzunehmen und ihnen immer wieder zu vergeben.
Peter Glas
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