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Mag. Johann
Bruckner, St. Pölten-Radlberg:
Die Pluralität
von religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen und Lebensformen
in den einzelnen Gesellschaften ist ein Merkmal der globalisierten Welt
geworden. Auf diesem Hintergrund seien globale Konflikte nicht mehr durch
politische Machtblöcke definiert, sondern durch Konflikte zwischen
den Zivilisationen und Kulturen. Zu recht bestehe die Sorge, dass die
Angehörigen monotheistischer Religionen mit ihrem Wahrheitsanspruch
„im Namen Gottes“ immer mehr zu Gegnern werden. Sind wir unterwegs
hin auf einen „Clash of Civilizations“, auf einen Kampf der
Kulturen und Religionen?
Eine Alternative zu
diesem Szenario kann nur ein Dialog der Kulturen und ein Dialog der Religionen
sein.
• Verlangt ist daher, allen Formen von Antijudaismus und Anitsemitismus
in Kirche und Gesellschaft entgegenzutreten und auf allen Ebenen den Dialog
mit den jüdischen Geschwistern zu suchen und zu intensivieren (Charta
oecumenica Nr. 10).
• Verlangt ist daher, den Muslimen mit Wertschätzung zu begegnen,
in gemeinsamen Anliegen zusammen zu arbeiten und den Dialog auf allen
Ebenen zu pflegen (Ch.oec. Nr. 11).
• Verlangt ist daher, die Religions- und Gewissensfreiheit anzuerkennen
und dafür einzutreten, dass sie individuell und gemeinschaftlich,
privat und öffentlich gelebt werden kann.
Ein Dialog der Religionen
wird immer von konkreten Menschen gelebt oder verweigert. Ein Dialog der
Religionen setzt zunächst eine klare Identität voraus, ein Wissen
über den eigenen Standort. Wissen voneinander, die persönliche
Befähigung zum Dialog und Mut zur Offenheit sind gefragt, nicht zuletzt
auch der Mut zur spirituellen Freigiebigkeit.
Der KAV will als Gemeinschaft
mündiger Christinnen und Christen, als „Kirche aus Verantwortung“
diese Herausforderungen sehen und nach seinen Möglichkeiten mitgestalten
HR Mag. Helmut
Hagel, Horn:
Verantwortung sucht
und gibt Antwort auf die Grundfragen nach dem Woher, Wohin und Wozu. Je
mehr Fähigkeiten und Einflussmöglichkeiten einer hat, desto
mehr Verantwortung hat er auch... Wir wollen Verantwortung tragen im kirchlichen
und gesellschaftspolitischen Bereich und uns dort für die Gestaltung
der Zukunft engagieren. Wir wissen um die Bedeutung, die das Zeugnis eines
geglückten Lebens hat, und bemühen uns daher um ein Leben in
der Nachfolge Christi... Wir suchen die Einheit in der Vielfalt und geben
Raum auch für Kritik und abweichende Auffassungen. Da man zum Glauben
und zum nachhaltigen Wirken Freunde/innen braucht, wollen wir in einer
Gemeinschaft verwurzelt sein.
Mag. Helmut u.
Mag. Dr. Angelika Beroun-Linhart, Obritzberg:
Die Mitglieder des
KAV möchten nicht Kirche in der Kirche sein, sondern ihrer Verantwortung
als Christen dieser Welt in bewusster Weise nachkommen. · Der Glaube
an den ewigen Vater ermöglicht ihnen die Erfahrung von Geborgenheit
in den verschiedenen Lebenssituationen, an welcher sie andere teilhaben
lassen können. · Durch ihre Verwurzelung im persönlichen
Glauben an Jesus, den Christus, der sie zu ihrem Dienst gerufen hat, möchten
sie versuchen, am Aufbau von Gemeinschaft mitzuwirken. · Im Vertrauen
auf den Geist Gottes, "der in unsere Herzen gegossen ist", (Gal
4,6) versuchen die Mitglieder des KAV ihre Verantwortung und den Ruf zur
Mitwirkung wahrzunehmen, um den Anforderungen unserer Zeit gerecht werden
zu können. (Der Dreischritt ist entnommen dem ersten Kapitel der
Dogmatischen Konstitution über die Kirche - Das Mysterium der Kirche)
Zu den wesentlichen
Zielen des KAV zählen:
1. Den Dialog mit Menschen suchen, die geistig aufgeschlossen sind, sowie
mit solchen, die der Botschaft des Evangeliums fernstehen,
2. Kritische Reflexion von Werten unserer Gesellschaft
3. Auseinandersetzung mit der mystischen Dimension unseres Christseins
(spirituelles Angebot)
HR Dr. Rudolf
Schwertner, St. Pölten-Wagram:
KAV ...
Katholischer Akademikerverband
...
... Kirche aus Verantwortung
... Kirche als Verantwortung
...
Wir sind Kirche. Auch wenn dieser Slogan etwas abgegriffen ist, Kirche sind
wir alle, die Bischöfe, die Priester, wir Laien, Schwarze und Weiße,
Männer, Frauen, Erwachsene und Kinder.
Wir handeln als Kirche, insbesondere wenn wir gemeinschaftlich handeln.
Christi Auftrag an die Kirche ist es, die Botschaft vom Reiche der Liebe
Gottes zu künden, zu leben, zu verwirklichen. Das ist unser Auftrag.
Wenn wir uns im Katholischen Akademikerverband zusammenschließen,
so tun wir das als Kirche, als Glieder der Kirche, aus unserer Verantwortung.
Sie ist uns auf Grund von Taufe und Firmung unwiderruflich, unverzichtbar
und unvermeidlich aufgetragen. Niemand kann und darf uns wehren. Wir dürfen
uns nicht drücken.
Das sehe ich als meine, unsere Verantwortung, kompromisslos Liebe zu künden
und zu leben.
Deshalb habe ich dem Logo KAV eine neue Deutung gegeben:
Kirche als Verantwortung.
Dr. Charlotte Ennser,
Langenlois:
Als KAV sind wir eine
Gemeinschaft innerhalb der Kirche, die sowohl durch ein festes Zentrum
als auch durch große Offenheit nach außen charakterisiert
ist. Im Bekenntnis zur Kirche sind Absagen an (kirchliche) Zeitgeister
enthalten, die zu einer "Überwindung" der Kirche und einer
nachkirchlichen Ära aufrufen. Wir halten an dieser Kirche fest, deren
konkretes Erscheinungsbild durch menschliche Schwäche und menschliches
Versagen getrübt wird, in der wir aber auch in vielfältiger
Form Antwort auf die existentiellen Fragen des Lebens und Beheimatung
in der Gemeinschaft erfahren.
Ver-antwort-ung steht
für Erkenntnis und Bewusstsein der eigenen persönlichen Be-ruf-ung,
für Antwort auf den Ruf Jesu Christi, der durch Taufe und Firmung
uns zu Söhnen und Töchtern Gottes gemacht hat. Im Untertitel
des KAV drückt sich daher ein hoher Grad an "Kirchenbewusstsein"
(Wissen aus Zugehörigkeit), aber auch an Eigenständigkeit und
Selbstverpflichtung jedes einzelnen aus. Teilhaben und Mitverantwortung
prägen unser Selbstverständnis als Teil der Kirche.
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