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Im
Dialog mit dem Islam
Kamingespräch
mit Pfr. Martin Rupprecht (Wien-Neufünfhaus) zu christlich-muslimischen
Paaren am 6. April 2003; auf Einladung des Bildungshauses St. Hippolyt
und des Kath. Akademikerverbandes der Diözese St. Pölten.
Das
Verhältnis von Christen und Muslimen ist durch Belastungen auf beiden
Seiten geprägt:
- Manche Mosaiksteine
unseres Islambildes rühren aus lang zurückliegender Geschichte;
- Die Berichterstattung
in den Medien fördert nicht selten den "Clash of Civilization";
- Unwissenheit;
- Misstrauen.
Dieser
Hintergrund war bei unserem Kamingespräch am Sonntag, dem 6. April im
Bildungshaus St. Hippolyt stillschweigend, ohne zu lamentieren, vorausgesetzt.
Der Referent
Martin Rupprecht ist Pfarrer in Wien, Neufünfhaus, der Pfarre mit der
Kirche hinter der Stadthalle, einer Pfarre mit hohem Ausländeranteil und
einer großen Zahl von Muslimen.
Martin
Rupprecht nannte vier Anliegen:
- Das Misstrauen
ruft danach, Beziehungen aufzubauen, sich aufeinander einzulassen, Begegnungen
zu ermöglichen. Dann kann z. B. etwas ganz Überraschendes erlebt werden:
"Aha, die Christen beten auch"; und viele andere ähnliche Entdeckungen
sind hoffentlich möglich.
- Die große Unkenntnis
braucht die Haltung der Neugierde und den Mut, immer wieder, taktvoll,
nachzufragen.
- Wir erleben in
den Begegnungen oft Unklarheiten und Unsicherheiten. Es ist hilfreich,
wenn wir unsere Wünsche aussprechen.
- Es gibt viel zu
tun: Der aktive Einsatz für Muslime und mit Muslimen verbindet im gemeinsamen
Tun. Sich gemeinsam sorgen. Die Mitte jeden Dialogs ist das Zusammenleben
von Christen und Muslimen, nicht das teilnahmslose Leben nebeneinander,
sondern die Haus- und Tischgemeinschaft.
Diese
pflegt Martin Rupprecht nun schon seit mehreren Jahren. Er hat 1 Jahr
lang in der Türkei studiert und dort mit gläubigen Muslimen gewohnt und
gelebt. Er spricht Türkisch und setzt diese Tradition nun in Wien fort.
Zur Hausgemeinschaft in seinem Pfarrhof gehört auch ein gläubiger Moslem.
Das war auch beim Kamingespräch spürbar: Pfarrer Rupprecht weiß, wovon
er spricht. Seine Lebenserfahrung ist ein Korrektiv für sein Reden. In
einer Beziehung und in einer Ehe stellt sich die Begegnung von Christentum
und Islam "radikal":
2 Kulturen und 2 Religionen gehen miteinander einen Weg.
Wie wird die Partnerschaft auf dem Hintergrund der jeweiligen Kultur und
Religion verstanden? Welche Alltagskultur wird entwickelt? Wie werden
die Feste im Jahreskreis gestaltet? Und schließlich: Taufe oder Beschneidung:
Wie werden die Kinder religiös erzogen und begleitet? Seine Lebenspraxis
macht Pfarrer Rupprecht zu einem glaubwürdigen Zeugen für den Dialog.
Er hat nicht die Angst vor einer religionsverschiedenen, sondern die Vision
von einer religionsverbindenden Ehe und hilft mit, dass die Kirche dabei
zur Dienerin eines verantwortlichen Weges wird.
Mag.
Johann Bruckner
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Pfr.
Martin Rupprecht aus Wien-Neufünfhaus |
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