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Juni 2005
Presseerklärung
nach Medienberichten zu Forderungen nach Öffnung der Geschäfte
an Sonntagen
Der
Sonntag darf nicht zum Spielball werden
Mit Sorge sieht die Katholische
Aktion die wachsenden Agitationen der Handelskonzerne und Shopping-Center,
ihre Geschäfte auch an Sonntagen zu öffnen.
„Der Großteil der Bevölkerung möchte aber
nicht auf den Sonntag als gemeinsamen Ruhetag verzichten. Denn er
gestattet ein Ausbrechen aus dem Alltag, fördert Geselligkeit
und ermöglicht gemeinsame Freizeit“, hält KA-Präsident
Roman Fröhlich dem entgegen. Für Christen habe der Sonntag
zusätzliche Bedeutung, die weit über den Gottesdienstbesuch
hinausreichen, unterstreicht er. Dazu gehören gemeinsames Feiern,
sich besinnen, aber auch Zeit haben, alte, kranke und einsame Menschen
zu besuchen.
Der Anteil an Erwerbstätigen, die an Sonntagen arbeiten müssen,
sei ohnehin permanent im Steigen begriffen, weist Fröhlich
hin. Denn andere Sektoren der Wirtschaft drängen darauf, diesen
Tag für ihre Betriebserfordernisse zu nutzen. Eine Aufweichung
der Ladenöffnungszeiten bringe nur kurzfristig Wettbewerbsvorteile,
und das vor allem für Handelsketten, Shopping-Citys und für
Geschäfte an bevorzugten Standorten. Mit einem Ansteigen des
Umsatzes werde insgesamt jedoch kaum zu rechnen sein, meint Fröhlich.
Familienbetriebe würden hingegen auf der Strecke bleiben. Besonders
betroffen seien die Handelsangestellten, eine Gruppe, bei der der
Frauenanteil besonders hoch und die Entlohnung besonders niedrig
sei.
Das wiederum habe Auswirkungen auf die Situation der Familien, in
dem immer weniger Zeit für ein Miteinander bleibe.
„Die derzeitige
Stimmungsmache für eine Öffnung der Geschäfte an
Sonntagen führt nicht zu einer wirklichen Auseinandersetzung
mit dem eigentlichen Problem. Sie bewirkt bei vielen nur Ängste
und falsche Hoffnungen. Wir bitten daher die verantwortlichen Politiker
und Geschäftsinhaber, aber auch alle verantwortungsbewussten
Konsumenten, sich mit den Schalmeienklängen der diversen Lobbys
kritisch auseinanderzusetzen und jeder Form von Salamitaktik eine
Abfuhr zu erteilen“, ruft KA-Präsident Fröhlich
auf.
Der Sonntag dürfe nicht zum Spielball kurzfristiger Einzelinteressen
werden.
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