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August 2006

Presseerklärung

„Rückschläge gehören dazu“
Freiwillige der Katholischen Aktion lassen zu Beginn des Arbeitsjahres aufhorchen

Gesellschaftliche Veränderungen und beruflicher Druck machen vor ehrenamtlicher Tätigkeit nicht Halt. Aus Vereinen oder Rettungsorganisationen kann man häufig die Klage hören, dass es schwieriger geworden sei, unter den heutigen Bedingungen Freiwillige zu finden und dass die Bereitschaft zum sozialen Engagement rapide im Abnehmen sei. Neben dem selbstlosen Dienen fragen immer mehr Menschen nach dem Gewinn, den sie für sich persönlich daraus ziehen können.
Das Prinzip „Sehen-Urteilen-Handeln“ ist für die Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten Auftrag, Christ-Sein im Alltag zu verwirklichen. Rückgrat der Organisation, die Themen wie Armutsbekämpfung, Gleichberechtigung oder Schutz des Lebens aufgreift, sind Ehrenamtliche...

„Man erlebt immer wieder Schönes“, skizziert Helmut Knöbl seine ehrenamtliche Tätigkeit. Der mittlerweile pensionierte Hochofenarbeiter der Voest ist seit vielen Jahren in der Katholischen ArbeitnehmerInnen-Bewegung von Langenhart aktiv, darüber hinaus im Regionalteam vertreten und engagierter Mitarbeiter des „Netzwerkes der Solidarität“ in St. Valentin, wo man sich bemüht, Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. „Unlängst haben wir einen Taubstummen untergebracht sowie einen 100-prozentigen Invaliden“ zeigt sich Knöbl, der sich selbst nur als „kleines Rädchen“ sieht, stolz auf das Erreichte. Nachbetreuung der Betroffenen sei natürlich notwendig und Rückschläge gehörten dazu. „Das belebt“, so der Pensionist schmunzelnd.

Weniger optimistisch ist der Ehrenamtliche, wenn es um die Suche nach neuen Freiwilligen geht: „Das ist wahnsinnig schwer. Jene, die bereits viel tun, bürden sich meist noch mehr auf.“ Jüngere seien beruflich oft ziemlich ausgelastet und am Wochenende stehe da die Familie natürlich im Vordergrund, zeigt Knöbl Verständnis. Dass Ehrenamt auch ein Gewinn sein kann, klingt an, wenn er auf Freundschaften und den Kameradschaftsgeist zu sprechen kommt: „Auch die gegenseitige Hilfe ist nicht zu unterschätzen.“ Und: „Von der Diözesanstelle erhalten wir volle Rückendeckung“, betont der Freiwillige die Unterstützung seitens der Hauptamtlichen.

Elfriede Haindl, hauptamtliche Diözesanassistentin der Katholischen Frauenbewegung kennt die Betreuung der Ehrenamtlichen aus eigener Praxis: „ Wir haben an die 300 Frauengruppen in der Diözese St. Pölten. Für unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen bieten wir Schulungen, vermitteln Referenten und gestalten eine eigene Mitgliederzeitung.“ Über Mitgliedermangel kann sich Haindl übrigens nicht beklagen: „Bei uns sind wirklich alle Altersgruppen vertreten. Vor allem junge Mütter stoßen gerne zu uns, weil in unseren Runden ein Erfahrungsaustausch möglich ist.“
Die Palette der Schulungen erstreckt sich von Persönlichkeitsentwicklung über gesellschaftliche Themen bis hin zur Glaubensvertiefung. „Unser Thema in diesem Arbeitsjahr heißt „Gottesbilder – Menschenbilder.“ Was theoretisch klingt, hat auch praktische Aspekte: „Unser jeweiliges Gottesbild beeinflusst unbewusst die Beurteilung unserer Mitmenschen“, erläutert die Diözesanassistentin das Motiv dieser Wahl.

Was sich Ehrenamtliche ihrer Meinung nach wünschen würden? „Anerkennung!“ Auch wenn dies meist nicht offen ausgesprochen werde, sei ein kleines Dankeschön in Form einer Feier, z. B. im Rahmen des Erntedankfestes, wichtig. „Wir Hauptamtlichen sehen es auch als unsere Aufgabe an, den Freiwillligen, das Gefühl zu geben, dass sie wichtige Träger der Gesellschaft sind“, so Haindl abschließend.

Die Katholische Aktion der Diözese St. Pölten umfasst Kath. Frauenbewegung, Kath. Männerbewegung, Kath. ArbeitnehmerInnen-Bewegung, Kath. Akademikerverband, Vereinigung Christlicher Unternehmer, Netzwerk der Solidarität, Rainbows sowie die Kath. Jugend und die Jungschar.
Bis zu 80% der Leistungen werden ehrenamtlich erbracht.
Präsident der KA ist zurzeit der aus der ArbeitnehmerInnenbewegung kommende Roman Fröhlich.

 


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