ZUM_GELEIT 


Eucharistische Anbetung

 Verweilen bei Jesus ...

 

 

 



"Ruhelos ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir"

Dieses Bekenntnis des Heiligen Augustinus eignet sich gut, um über Eucharistische Anbetung nachzudenken, die ich als ein Verweilen bei Jesus beschreiben möchte. Jesus, der in der Hostie wahrhaftig gegenwärtig ist, wohnt auch im Herzen jedes Menschen. Wir alle sehnen uns danach, innere Ruhe zu finden, ganz bei uns zu sein, und in dieses Suchen hinein sagt Augustinus: Wenn ich ganz bei mir bin, bin ich auch ganz bei Gott.

Es gibt verschiedene Arten von Eucharistischer Anbetung, ich beschränke mich hier auf diese persönliche und innere Art des Gebetes, die von vielen Menschen ersehnt und gesucht wird. Das innere Gebet bedeutet konkret eine Herzensbeziehung zu Jesus aufzubauen, die tragfähig ist und durch das Leben begleitet. Beten ermöglicht mir vor Gott mein Leben auszubreiten, ihm mein Herz zu öffnen, ihm all meine Freuden, Sorgen und Probleme anzuvertrauen. Im Gebet fühle ich mich von Gott verstanden und angenommen, so wie ich bin.

Stille suchen
Das innere Gebet braucht Stille und genau das ist die Schwierigkeit. Einen ruhigen Raum aufzusuchen ist nicht schwer, schwieriger ist es in der Stille zu bleiben. Wenn Sie mal versuchen, eine halbe Stunde lang still zu bleiben, werden Sie merken, dass ständig Gedanken auftauchen, die Sie weiterdenken wollen, Probleme auftauchen, die Sie lösen wollen, allerlei Dinge, die Sie hindern still zu verharren. Und nach der vorgenommenen halben Stunde ärgern Sie sich, weil Sie glauben nicht richtig gebetet haben.
Es gibt einige Hilfen, um in diese innere Stille oder Sammlung zu gelangen. Wenn ich das Gebet beginne, versuche ich mir erstmal zu vergegenwärtigen, dass ich jetzt Jesus begegnen will, versuche sozusagen anzukommen und das andere zurückzulassen. Dieser Einstieg kann mit einem Psalm oder einem anderen meditativen Text, den ich langsam lese, erfolgen. Je nach persönlicher Vorliebe können auch Atemübungen helfen, um in diese innere Aufmerksamkeit zu gelangen.

Loslassen
Nach so einem Einstieg ins innere Gebet unternehme ich aber nur noch wenig Anstrengung um in der Stille zu bleiben, sonst wäre ich die ganze Zeit damit beschäftigt, Gedanken und Gefühle zu verdrängen. Solcherart Anstrengungen würden eher in eine Verkrampfung als zum Gebet führen, bei dem es darum geht, in eine Haltung des Loslassens zu kommen. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als diese Ablenkungen zu akzeptieren und sein zu lassen. Theresa von Avila sprach in diesem Zusammenhang von Fliegen, die sie verscheuchte, die aber immer wiedergekommen sind.
Manchmal erlebe ich in der Anbetung Sternstunden, Momente des Angenommenseins, die Wahrnehmung der Schönheit Gottes, eine Liebe, die mich berührt – darüber freue ich mich. Genauso erlebe ich aber auch eine Leere in mir, ein Himmel der sich nicht öffnet, eine Gebetszeit, in der ich nur zerstreut bin, ein Kreisen um mich selber. Aber wenn ich nicht wenigstens ab und zu eine Zeit des inneren Gebetes halte fehlt mir etwas.

Inneres Gebet kann ich überall pflegen, wo ein geeigneter Rahmen vorhanden ist, aber Eucharistische Anbetung ist sicherlich ein bevorzugter Ort für Inneres Gebet, weil dort Christus in besonderer Weise gegenwärtig ist.

Axel Isenbart

Gott wurde Mensch
- für uns, uns ganz nah
Im Zeichen des Brotes bleibt er bei uns, gibt sich immer neu in unsere Hand.
So groß ist dieses Geheimnis, dass Christinnen und Christen seit Jahrhunderten
die Begegnung mit dem Eucharistischen Herrn auch über die
Feier der Heiligen Messe hinaus suchen.
In der Anbetung werden die Danksagung und der Lobpreis der Eucharistiefeier fortgesetzt.

 

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